So unkompliziert kann man junge Obstbäume vor Frost schützen

Die neu gepflanzten Bäumchen sollen auch wirklich durch den Winter kommen? Immer früher blühende Pflanzen sind dann aber auch noch durch Spätfröste gefährdet. So kann man junge Obstbäume vor Frost schützen.

Weitere hilfreiche Artikel findest Du unter: Gartenpflege.

Auch noch nach dem Winter ist es sinnvoll, Obstbäume vor Spätfrost zu schützen.
Auch noch nach dem Winter ist es sinnvoll, Obstbäume vor Spätfrost zu schützen.  © 123RF/goami

Im Frühjahr glaubt man meist, der Garten hätte es durch die kalten Monate geschafft. Aber auch nach einer wärmeren Periode im Frühling kann es immer noch zu Spätfrost kommen.

Insbesondere die Eisheiligen - der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai - setzen den Gartenpflanzen häufig zu, denn dann drohen Knospen und offene Blüten zu erfrieren.

Geschlossen überstehen sie in der Regel noch Temperaturen bis alle mal minus vier Grad. Öffnet sich die Blüte, sind Minustemperaturen fatal.

Frostschäden können die Ernte gefährden. Daher ist es von Bedeutung, Obstbäume winterfest zu machen.

Mit folgenden Maßnahmen kann man junge Obstbäume vor Frost schützen und verheerende Schäden verhindern.

Zwei Tipps, um den Austrieb der Blüten zu verzögern

Um Kälteschäden an den Knospen zu verhindern, ist es ratsam, den Austrieb der jungen Bäume hinauszuzögern. Blüht die Pflanze nicht, können auch keine Blüten Schäden durch Spätfrost davontragen.

Tipp 1: Den Baum beschatten

Um den Austrieb durch eine reduzierte Sonneneinstrahlung zu verzögern, kann man zum einen die Pflanze beschatten.

Praktisch sind dabei Baumpfähle sowie Bretter oder Reisig.

Tipp 2: Den Stamm weiß streichen

Alternativ kann ein Weißanstrich der Rinde helfen. Dieser reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Stamm nicht erwärmt und ein frühes Austreiben der Blüten veranlasst.

Um Knospen vor Frostschäden zu schützen, kann man ihr Austreiben verzögern.
Um Knospen vor Frostschäden zu schützen, kann man ihr Austreiben verzögern.  © 123RF/labraaten

Die jungen Bäume vor Frost schützen

Sind die Knospen bereits geöffnet und die Obstbäume blühen schon, sollte man sie aktiv vor Frost schützen, um die Ernte nicht zu gefährden. Hilfreich sind die folgenden Maßnahmen.

Tipp 3: Die Wurzeln vor Frost schützen

Die Wurzeln der Obstbäume kann man mithilfe von Mulchschichten vor dem Frieren schützen. Dazu schüttet man einen kleinen Komposthügel um den Stamm herum auf oder schützt den Boden mit einer Laubschicht.

Gleichzeitig schützt man den Baum so vor dem Austrocknen.

Mit Mulch im Wurzelbereich schützt man die Pflanze auch vor Austrocknung.
Mit Mulch im Wurzelbereich schützt man die Pflanze auch vor Austrocknung.  © 123RF/qwartm

Tipp 4: Winterschutzmatten gegen Kälte

Um den Stamm, insbesondere von jüngeren Bäumen, vor Spannungsrissen zu schützen, sollte man starke Temperaturschwankungen verhindern. Beim Wechsel von Frost und Wintersonne sind diese gar nicht so unwahrscheinlich.

Helfen können dagegen Kokosmatten oder Strohmatten, aber auch Winterschutzmatten aus Schilf oder Jute.

Mit verschiedenen Matten kann man Obstbäume vor Frost schützen.
Mit verschiedenen Matten kann man Obstbäume vor Frost schützen.  © 123RF/margo71

Tipp 5: Obstbäume mit Vlies abdecken

Zudem kann man den Baum auch mit einer Vliesabdeckung schützen. Nicht vergessen sollte man dabei, einen Stab neben dem Bäumchen in den Boden zu stecken. Dieser fungiert als Stütze für die Abdeckung, sodass sie nicht schwer auf dem Baum oder sogar den Blüten liegt.

Herrschen tagsüber Temperaturen von mindestens fünf Grad, sollte man diesen Schutz morgens jedoch immer entfernen, sodass Bienen die Pflanzen bestäuben können.

Achtung: Generell sollte man junge Bäume mit einem stützenden Stab stabilisieren, da im Herbst gepflanzte Bäumchen noch nicht ausreichend verwurzelt sind.

Tipp 6: Weißanstrich gegen Frostschäden

Wie bereits erwähnt, kann ein Weißanstrich das Erwärmen des Baumstammes aufhalten. Dadurch wird nicht nur ein frühes Austreiben unterbunden, sondern auch Spannungsrisse in der Rinde verhindert.

Solche Risse entstehen, da die Rinde aufgrund von Schwankungen in der Temperatur und folglich Spannung einreißt. Ein Weißanstrich mit Kalk oder gegebenenfalls auch Kaolin verhindert das.

Diese Schicht schützt aber nicht nur vor Frost und UV-Strahlen, sondern auch vor Schädlingen, Infektionen durch Krankheitserreger, Moos und vor Fraßschäden durch Tiere.

Mit einem Weißanstrich schützt man die Gehölze vor der Wintersonne und Frostschäden.
Mit einem Weißanstrich schützt man die Gehölze vor der Wintersonne und Frostschäden.  © 123RF/nadyaso

Tipp 7: Frostschutzberegnung

Wenn ein Gartenvlies zum Frostschutz nicht möglich ist, kann man den Baum auch mit Frostschutzberegnung schützen. Dabei wird die Baumkrone eine Weile beregnet oder benebelt, und das Wasser auf der Pflanze gefrieren gelassen.

Durch das Gefrieren - die Veränderung von flüssig zu fest - entsteht Kristallisationswärme. Unter dem schützenden Eispanzer hält diese Kristallisationswärme die Temperatur selbst bei Minustemperaturen auf null Grad.

Dieses Vorgehen dauert allerdings relativ lange und benötigt viel Wasser.

Obstbauern beregnen die Baumkronen ihrer Bäume, um mit einem Eispanzer vor Minustemperaturen zu schützen.
Obstbauern beregnen die Baumkronen ihrer Bäume, um mit einem Eispanzer vor Minustemperaturen zu schützen.  © 123RF/jerryrainey

Tipp 8: Kerzen als Frostschutz

Neben der Frostschutzberegnung sind auch Frostschutzkerzen im Obst- und Weinanbau gängig.

Dabei handelt es sich um einen Eimer mit Paraffinwachs und einem Docht, der unter dem Baum platziert wird.

Dafür wird das Gras unter dem Baum gekürzt und niedrige Zweige entfernt. Sobald die Temperaturen unter null Grad fallen, wird die Kerze angezündet.

Als Laie im Privatgarten ist diese Methode jedoch nicht ratsam und in der Regel auch nicht notwendig.

FAQ: Weitere Fragen zum Thema "Junge Obstbäume vor Frost schützen"

Welche Bäume sollte man vor Frost schützen?

Kälteempfindlich sind insbesondere junge und blühende Bäume. In kühleren Gegenden ist ein Frostschutz insbesondere für beispielsweise Pfirsich- oder Aprikosenbäume von Bedeutung.

Wie viel Frost halten Obstbäume aus?

Welche Temperaturen ein Baum abkann, hängt natürlich von der Art ab.
Generell kann man davon ausgehen, dass Bäume mit geschlossenen Knospen bis zu minus vier Grad aushalten. Bei ersten Zeichen der Blütenblätter verträgt die Pflanze nur noch Temperaturen bis zu minus zwei Grad. Sobald der Baum blüht, sind Minustemperaturen allgemein schädlich.

Wann soll man Bäume einpacken?

Verschiedene Bäume vertragen unterschiedlich niedrige Temperaturen. Generell ist es sinnvoll, sich ab Ende Oktober beziehungsweise etwa im November um den Frostschutz zu kümmern und die Pflanzen im Garten winterfest zu machen.

Fazit

Zarte, erst kürzlich gepflanzte Bäume sind kälteempfindlicher als ältere Exemplare. Um die Gesundheit des Baumes und eine ertragreiche Ernte nicht aufs Spiel zu setzen, sollte man junge Obstbäume vor Frost schützen.

Glücklicherweise gibt es einige einfache Maßnahmen, die Pflanze samt Knospen zu schützen.

Titelfoto: 123RF/goami

Mehr zum Thema Gartenpflege-Ratgeber: