Zu ungeduldig für die Selbstaussaat? So kannst Du Schneeglöckchen vermehren

Groß ist die Freude im Frühjahr, wenn die ersten Blüten durch die Schneedecke gucken oder den Rasen schmücken. Haben sie sich noch auf einen Fleck beschränkt und man wünscht sich mehr, kann man die Schneeglöckchen vermehren.

Weitere Tipps für einen frühlingshaften Garten findest Du auch unter: Gartengestaltung.

Für ein weißes Blütenmeer kann man Schneeglöckchen vermehren.
Für ein weißes Blütenmeer kann man Schneeglöckchen vermehren.  © 123rf/ivusakzkrabice

Schneeglöckchen gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Frühblühern. Die Frühlingsboten tun nicht nur uns und unserem Gemüt gut, indem sie wärmeres Wetter und hellere Tage versprechen, sondern vor allem auch Insekten. Ihnen bieten die Blüten Nektar und Pollen.

Schneeglöckchen blühen vor allem im Februar und März - manchmal schon im Januar. Das macht sie für die ersten Bienen überlebenswichtig.

Uns machen sie dabei keine Arbeit, denn sie benötigen keine Pflege und verwildern selbstständig.

Entsprechend selbstständig vermehren sie sich natürlich auch. Da das einige Jahre dauert, kann man die Aufgabe auch selbst in die Hand nehmen.

Wie genau kann man Schneeglöckchen vermehren? Und wie vermehren sich Schneeglöckchen selbst? Erfahre es nun.

Schneeglöckchen teilen

Durch sich ständig neu bildende Tochterzwiebeln wächst die Pflanze zu einer ganzen Gruppierung von Schneeglöckchen, die sich Horst nennt. Diese Gesamtpflanze kann man in kleinere Teilstücke teilen oder einzelne Tochterzwiebeln trennen, die dann separat eingepflanzt werden.

Wann sollte man Schneeglöckchen teilen?

Die Horste teilt man am besten direkt im Anschluss an die Blüte, wenn die Blätter noch grün sind. Aus Letzteren zieht die Zwiebel Wasser und Nährstoffe und hat ausreichend Energie für die Wurzelbildung.

Die Teilung der Schneeglöckchen sollte also ungefähr bis spätestens Ende März passiert sein.

Wie werden Schneeglöckchen geteilt?

1. Schritt: Mit einem Spaten oder - besser noch - einer Grabegabel, wird um die Schneeglöckchen eingestochen und der Horst herausgehebelt.

2. Schritt: Kleine Tochterzwiebeln können nun von der Hauptzwiebel getrennt werden, oder größere Horste in mehrere Gruppen geteilt werden.

Teilen lässt sich die Pflanze und der Wurzelballen dabei mit den Händen oder aber mit einem Spaten. Achte darauf, die Blätter und Zwiebeln möglichst nicht zu beschädigen.

3. Schritt: Entferne möglichst wenig Erde von den Zwiebeln und setze sie zügig in ein bereits gegrabenes Pflanzloch. Wird sie nur kurz an der Luft zwischengelagert, kann die Zwiebel nicht austrocknen.

Zwischen einzelnen Zwiebeln sollten etwa zehn Zentimeter Abstand gelassen werden, sodass dort ein Horst entstehen kann.

Setze den Erdballen mit den Zwiebeln so tief ein wie zuvor und drücke die Erde behutsam an.

4. Schritt: Abschließend sollte die Pflanze großzügig angegossen werden.

In den kommenden Jahren entwickeln die Zwiebeln allmählich eigene Horste.

Liegen die Blätter anschließend schlapp auf Boden, schneide sie nicht ab, sodass die Zwiebel aus ihnen Energie ziehen kann.

Achtung: Beim Teilen von Schneeglöckchen sollte man Handschuhe tragen, sodass Hautreizungen aufgrund Pflanzengift verhindert werden können.

Entfernt man die Erde lassen sich einzelne Zwiebeln trennen. Sie dürfen dabei aber nicht austrocknen.
Entfernt man die Erde lassen sich einzelne Zwiebeln trennen. Sie dürfen dabei aber nicht austrocknen.  © 123RF/paulmaguire

Wo wachsen Schneeglöckchen am besten?

Schneeglöckchen bevorzugen den Halbschatten. Geeignet ist daher ein lichter Platz unter Sträuchern oder Laubbäumen. Unter Nadelbäumen stehen sie dagegen nicht so gerne, da der Boden ihnen dort zu sauer ist.

Schneeglöckchen wachsen häufig im Halbschatten von Laubbäumen.
Schneeglöckchen wachsen häufig im Halbschatten von Laubbäumen.  © 123RF/coraxfoto

Schneeglöckchen aussäen

Natürlich lassen sich die Frühblüher auch aussäen. Aufgrund der langen Keimdauer muss man allerdings einige Jahre auf neue Blüten warten.

Wer geduldig ist, kann die Samen im April im feuchten und humosen Boden oder im Pflanzkasten aussäen.

Dann sind sie reif und erfahren in der Regel die zum Keimen benötigte Temperatur von minus vier bis plus vier Grad.

Selbstaussaat: Wie vermehren sich Schneeglöckchen?

Bei der Selbstaussaat handelt es sich tatsächlich häufig um Myrmekochorie, um eine Aussaat mithilfe von Ameisen.

Nachdem der reife Fruchtknoten aufplatzt und Samen verstreut, werden diese von Ameisen aufgesammelt, die sich von ihnen ernähren.

Beim Transport dieser verteilen sie die Samen jedoch großflächig.

Mithilfe von Ameisen können Schneeglöckchen auch großflächig ausbreiten.
Mithilfe von Ameisen können Schneeglöckchen auch großflächig ausbreiten.  © 123RF/nailiaschwarz

FAQ: Was zum Thema "Schneeglöckchen vermehren" noch interessant ist

Muss man Schneeglöckchen pflegen?

Schneeglöckchen bedürfen in der Regel keiner Pflege. Am richtigen Standort müssen sie weder gegossen noch gedüngt werden. Nach dem Verblühen müssen sie auch nicht geschnitten werden, da die Zwiebel aus den Blättern noch Energie ziehen kann.

Sind Schneeglöckchen giftig?

Ja, alle Pflanzenteile des Schneeglöckchens sind giftig. Bei bloßem Hautkontakt mit den Blättern und der Blüte muss man aber mit keiner Reaktion rechnen. Einzig bei Kontakt mit der Zwiebel, an der das Pflanzengift am stärksten konzentriert ist, ist die Verwendung von Handschuhen ratsam.
Verzehrt werden dürfen Pflanzenteile jedoch auf keinen Fall. Dann drohen Vergiftungssymptome.

Fazit

Wachsen sie konzentriert an einem Fleck im Garten, kann man Schneeglöckchen vermehren, indem man sie teilt und großflächiger verteilt wieder einpflanzt.

Wer etwas mehr Geduld hat, kann neue Pflanzen aussäen oder auf die Selbstaussaat vertrauen.

Titelfoto: 123rf/ivusakzkrabice

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