Ist Efeu im Garten gut oder schlecht?
Die Kletterpflanze ist für ihr starkes Wuchern berühmt und berüchtigt. Aber ist Efeu im Garten gut oder schlecht?
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Gemeiner Efeu (Hedera helix) ist ein ästhetisches Rankengewächs. Er ist immergrün, winterhart und generell relativ robust.
Da er beim Wachsen schon fast aufdringlich ist und hartnäckig beim Versuch ihn zu entfernen, gilt er häufig als verpönt.
Ist dieses Image berechtigt?
Ist Efeu schädlich für Bäume? Sollte man sogar besser den Efeu entfernen? Welche Vor- und Nachteile hat diese Kletterpflanze im eigenen grünen Reich?
Alles, was Du zu Efeu im Garten wissen solltest, kannst Du hier nachlesen.
Nachteile: Ist Efeu schädlich?
Efeu macht sich meist schnell wie Unkraut im Garten breit. Wie lästig oder gefährlich ist die Rankpflanze für Bäume, Hausfassaden und uns selbst wirklich?
Ist Efeu giftig?
Efeu ist in allen Teilen giftig. Bei Hautkontakt können Efeublätter und der Pflanzensaft zu allergischen Reaktionen führen.
Vergiftungen, wenn beispielsweise die Beeren oder Blätter verzehrt wurden, können sich - vor allem bei Kindern - durch Vergiftungssymptome wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen äußern.
Gleichzeitig enthält Efeu Stoffe, die aufgrund ihrer krampf- und schleimlösenden Wirkung in der Medizin verwendet werden.
Ist Efeu giftig beim Einatmen?
Werden beim Schneiden der Pflanze Efeupartikel eingeatmet, können Reizungen der Atemwege oder bereits genannte Vergiftungserscheinungen auftreten. Davor schützt das Tragen einer Maske bei der Pflegemaßnahme.
Ist Efeu schlecht für Bäume?
Wenn er sich so unkontrolliert im ganzen Garten und an Bäumen ausbreitet, befürchten einige Gartenbesitzer, dass Efeu am Baum schädlich ist.
Seine Haftwurzeln sind für den Baum komplett ungefährlich. Einzig besonders jungen Bäumchen sollte man einen Vorsprung im Wachstum ermöglichen, bevor Efeu gepflanzt wird.
Zudem handelt es sich um keinen Schmarotzer. Entgegen häufiger Annahmen entzieht er dem Baum nämlich nicht parasitär Wasser und Nährstoffe.
Aber: Krankheiten und Schäden sind unter dichtem Efeu kaum zu erkennen und werden daher spät bemerkt und behandelt.

Ist Efeu als Bodendecker schädlich?
Wer sich einen dichten Pflanzenteppich wünscht, kann Efeu als Bodendecker verwenden. Er wuchert schnell und gibt Unkraut keine Chance.
Gleichzeitig kann er aber auch sämtliche anderen Pflanzen verdrängen. Mit ihnen konkurriert er um Nährstoffe und nimmt ihnen mit seinem dichten Wuchs außerdem das Sonnenlicht.
Grundsätzlich schädlich ist Efeu als Bodendecker allerdings nicht.

Sorgt Efeu für Schäden am Haus?
Mögliche Schäden
Mit ihren Haftwurzeln kann die Hedera unter Umständen jedoch Mauern und Fassaden beschädigen. Sie dringen in Risse und Spalten im Mauerwerk ein und sprengen diese.
Die Ranken können auch Regenrinnen, Fenster und Türen überwuchern und belasten.
Bei einem sehr dichten Wachstum kann das Gewicht der Pflanze von der Fassade weg neigen und sie durch ein langsames Reißen beschädigen.
Ein eventuelles Entfernen der hartnäckigen Schlingpflanze kann der Fassade ebenfalls stark zusetzen.
Schäden vorbeugen
Wer sich eine Fassadenbegrünung mit Efeu wünscht, sollte sich der Konsequenzen daher bewusst und sich wirklich sicher sein.
Der Putz sollte außerdem dringend komplett unversehrt sein, bevor man eine Mauer oder Hauswand mit Efeu bepflanzt.
Zusätzlich muss der Efeu regelmäßig zurückgeschnitten werden, um die Ausbreitung unter Kontrolle zu halten.

Vorteile: Gute Gründe für Efeu im Garten
Die heimische Pflanze ist aber nicht nur ein ästhetischer Begrüner. Sie hat vor allem einen großen ökologischen Nutzen.
Wegen ihrer tierfreundlichen Eigenschaften und vielen weiteren Aspekten ist Efeu im Garten praktisch.
Efeu als Nahrungsquelle
Zum einen dient die Schlingpflanze als wichtige Futterquelle. Insbesondere Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen erfreuen sich im Spätsommer an den Blüten.
Es gibt sogar eine Bienenart - die Efeu-Seidenbiene -, die sich auf Efeupollen spezialisiert hat. Im darauffolgenden Frühling versorgt die Hedera mit ihren Früchten Vögel.
Um blühen und folglich Beeren bilden zu können, muss die Pflanze allerdings bereits einige Jahre alt sein.

Efeu als Lebensraum
Dicht gewachsen, bietet Efeu einigen Tieren einen sicheren Lebensraum.
Ob an Bäumen, Zäunen, Fassaden oder als Bodendecker - unter dem Blattwerk bietet Efeu sichere Nistplätze für Vögel wie den Spatz. In überwucherten Hecken nisten aber auch Amseln oder Gartengrasmücken.
Außerdem finden Insekten und Kleinsäugetiere im dichten Astwerk Unterschlupf.

Efeu als Sichtschutz
Praktisch, ästhetisch und insektenfreundlich: Am Rankgitter oder als Zaunbepflanzung dient Efeu als Sichtschutz.
Nachteile sind dabei, dass es trotz schnellem Wachstum etwas dauern kann, bis er blickdicht ist, die Pflanze dann aber auch schnell zu Nachbarn wuchert und sie stören kann.
Efeu als Fassadenbegrünung
Ein dichter Teppich aus Efeu schützt Fassaden nicht nur vor Regen und Schmutz, sondern dämmt die Wand zusätzlich und wirkt isolierend.
Im Sommer schützt die schöne Fassadenbegrünung vor Hitze, und im Winter vor Kälte. Gleichzeitig kann sie auch vor möglichen Spannungsrissen bei Temperaturschwankungen bewahren.
Um Schäden zu verhindern, sollten möglichst nur unversehrte Mauern und Fassaden begrünt und die Bepflanzung regelmäßig kontrolliert und geschnitten werden.

Fazit: Ist Efeu im Garten gut oder schlecht?
Efeu im Garten ist nicht nur pflegeleicht und ästhetisch, sondern auch praktisch und ökologisch wertvoll.
Dennoch muss man sich regelmäßig um das immergrüne Rankengewächs kümmern, sodass man die Ausbreitung unter Kontrolle hat und die Pflanze somit nicht für Schäden sorgt oder das Wachstum anderer Pflanzen beeinträchtigt.
Titelfoto: 123RF/blastam