Das ist der Unterschied zwischen Natron und Backpulver!

Du möchtest den Unterschied zwischen Natron und Backpulver erfahren? Und was sind Soda und Weinstein? In diesem Beitrag werden alle Fragen dazu beantwortet und Dein Küchenwissen erweitert.

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Natron und Backpulver, beides wird beim Backen oft verwendet, doch worin besteht der Unterschied? (Symbolbild)
Natron und Backpulver, beides wird beim Backen oft verwendet, doch worin besteht der Unterschied? (Symbolbild)  © 123RF/svetikovav

Das Wichtigste in Kürze:

  • Natron benötigt eine Säure zum Reagieren, während Backpulver bereits eine Säure enthält und sofort bei Feuchtigkeit wirkt.
  • Natron wird verwendet, wenn das Rezept saure Zutaten enthält, Backpulver, wenn keine Säure vorhanden ist.
  • Backpulver kann Natron meist ersetzen, jedoch nicht immer umgekehrt.
  • Soda ist stärker alkalisch als Natron und nicht zum Verzehr geeignet.
  • In englischen Rezepten steht „baking soda“ für Natron und „baking powder“ für Backpulver.
  • Weinstein ist eine natürliche Säure, die als Backtriebmittel verwendet wird und oft Bestandteil von Backpulver ist.

Wenn ein Teig beim Backen aufgehen soll, benötigt man entweder Natron oder Backpulver. Beide Zutaten werden häufig zum Kuchen- oder Brotbacken verwendet. Doch wann nutzt man Natron und wann Backpulver beim Backen und welche Unterschiede gibt es zwischen beiden?

Unterschied zwischen Natron und Backpulver

Der Unterschied zwischen Natron und Backpulver liegt in ihrer Zusammensetzung und ihrer Wirkungsweise beim Backen:

  • Natron (Natriumhydrogencarbonat): Natron, auch bekannt als Speisesoda, ist eine chemische Verbindung. Es handelt sich um ein basisches Salz, das mit Säuren reagiert und schließlich Kohlendioxid freisetzt.
  • Natron wird häufig als Triebmittel verwendet, um Teige und Gebäck aufgehen zu lassen.
  • Backpulver: Das in der Küche häufig verwendete Pulver ist eine Mischung aus Natron, einem sauren Bestandteil wie Weinstein oder Zitronensäure und einem Stabilisator wie Maisstärke.
  • Der saure Bestandteil im Backpulver reagiert mit dem enthaltenden Natron, wenn es mit Feuchtigkeit und Hitze in Berührung kommt. Diese Reaktion setzt Kohlendioxid frei und lässt den Teig aufgehen.

Backpulver wird daher immer zuerst mit dem Mehl vermengt, bevor beides in die feuchten Zutaten gerührt wird. Damit wird ein gleichmäßiges Aufgehen der Masse gewährleistet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Natron ein einzelnes basisches Salz ist und eine saure Zutat benötigt, um zu reagieren. Backpulver hingegen ist eine Mischung aus Natron, Säure und Stabilisator und reagiert, sobald es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.

Was ist besser: Natron oder Backpulver?

Natron wird dann verwendet, wenn sich bereits eine saure Zutat im Rezept befindet. Dazu gehören Buttermilch, Joghurt oder Zitronensaft.

Backpulver kann man verwenden, wenn sich im Rezept keine saure Zutat befindet.

Die Frage "Was ist besser, Natron oder Backpulver?", lässt sich also beantworten mit:

Backpulver wird verwendet, um Teige aufgehen zu lassen, wenn keine sauren Zutaten im Teig enthalten sind, während Natron in Kombination mit sauren Zutaten verwendet wird, um den Teig aufgehen zu lassen.

Natron ist feiner als Backpulver, da es sich rein um Natriumhydrogencarbonat handelt. Im Backpulver befinden sich Natron, Säure und ein Stabilisator.
Natron ist feiner als Backpulver, da es sich rein um Natriumhydrogencarbonat handelt. Im Backpulver befinden sich Natron, Säure und ein Stabilisator.  © tag24/jk

Kann man anstelle von Natron auch Backpulver nehmen?

Diese Frage lässt sich mit einem Ja beantworten, denn in den meisten Fällen kann man anstelle von Natron auch Backpulver verwenden.

Wenn ein Rezept Natron erfordert, kann man in der Regel die gleiche Menge an Backpulver verwenden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Backpulver bereits einen Säureanteil hat.

Wenn im Rezept eine saure Zutat wie Zitronensaft oder Joghurt angegeben ist, sollte man die Menge etwas reduzieren, um eine übermäßige Säurebildung zu vermeiden.

Umgekehrt kann man Backpulver nicht immer durch Natron ersetzen, da im Rezept möglicherweise nicht genügend Säure enthalten ist, um den Teig richtig aufgehen zu lassen.

Natron kann ein leicht bitteres Aroma haben, während Backpulver eher neutral ist. Aus diesem Grund kann der Geschmack des Kuchens oder Brotes leicht variieren, wenn man Natron durch Backpulver ersetzt.

Backpulver wird zuerst mit dem Mehl zusammen vermengt, bevor es zu den feuchten Zutaten gegeben wird.
Backpulver wird zuerst mit dem Mehl zusammen vermengt, bevor es zu den feuchten Zutaten gegeben wird.  © 123RF/boytsovalex

Wann benutzt man Natron, wann Backpulver?

Natron und Backpulver werden in der Küche als Backtriebmittel verwendet. Die Wahl zwischen beiden hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Natron ist alkalisch und reagiert mit sauren Zutaten wie Essig, Zitronensaft oder saurer Sahne, um Kohlendioxid freizusetzen und den Teig aufgehen zu lassen. Es wird oft in Rezepten für Kekse, Brownies, Pfannkuchen und für bestimmte Brote verwendet.
  • Natron kann man aber auch nutzen, um Gerüche zu neutralisieren sowie als Reinigungsmittel. Viele Menschen schwören außerdem auf die Einnahme von Natron bei Sodbrennen.
  • Backpulver hingegen ist eine bequeme Option zum Backen, da es bereits den richtigen Säureanteil enthält. Es wird vielseitig eingesetzt wie in Kuchen, Muffins, Biskuits und anderen Backwaren.
Ein Teelöffel Natron entspricht etwas mehr als einem Teelöffel Backpulver. (Symbolbild)
Ein Teelöffel Natron entspricht etwas mehr als einem Teelöffel Backpulver. (Symbolbild)  © 123rf/michelleleephotography

Wie viel Backpulver ersetzt einen Teelöffel Natron?

Ein Teelöffel Natron kann durch etwa einen Teelöffel Backpulver ersetzt werden. Als Faustregel gilt:

  • Ein Teelöffel Backpulver entspricht etwa einem dreiviertel Teelöffel Natron.
  • Ein Teelöffel Natron entspricht etwas mehr als einem Teelöffel Backpulver, genau sind es vier Drittel.

Unterschied von Soda und Natron

Soda und Natron werden oft verwechselt, haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungen.

  • Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein mildes, vielseitig einsetzbares Mittel, das häufig beim Backen oder als Hausmittel verwendet wird.
  • Soda (Natriumcarbonat), auch Waschsoda genannt, ist dagegen stärker alkalisch und wird hauptsächlich als Reinigungsmittel oder Wasserenthärter eingesetzt.

Während Natron in Lebensmitteln unbedenklich ist, sollte Soda aufgrund seiner aggressiveren Wirkung nicht zum Verzehr verwendet werden. Reines Soda ist also nicht verzehrbar, anders als reines Natron.

Achtung: In amerikanischen Rezepten findet man oft die Zutat „Soda“. Damit ist Sodawasser, also ein mit Kohlendioxid und Natriumhydrogencarbonat angereichertes Tafelwasser gemeint, quasi gesprudeltes Wasser. In Amerika wird zudem „baking soda“ für Natron und „baking powder“ für Backpulver genutzt.

Unterschied zwischen Weinstein und Backpulver

Weinstein und Backpulver werden beide als Backtriebmittel verwendet, unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung und Anwendung.

  • Weinstein ist eine natürliche Säure, die als Nebenprodukt bei der Weinherstellung entsteht und in Kombination mit Natron als Backtriebmittel dient.
  • Backpulver hingegen ist eine fertige Mischung aus Natron, einer Säure (wie Weinstein oder Zitronensäure) und einem Stabilisator wie Maisstärke.

Während Backpulver sofort einsatzbereit ist, muss Weinstein mit Natron kombiniert werden, um den gleichen Effekt zu erzielen. Backpulver sorgt für ein gleichmäßiges Aufgehen von Teigen, während Weinstein-Natron-Mischungen oft als natürlicher und geschmacksneutraler gelten. Diese werden dann auch als Weinstein-Backpulver bezeichnet und häufig von ernährungsbewussten Bäckern bevorzugt.

Titelfoto: 123RF/svetikovav

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