Peking (China) - Trumps Zölle stürzen die Finanzmärkte ins Chaos. Im Rahmen seines Zollpaketes hatte Donald Trump (78) die chinesische Volkswirtschaft besonders stark ins Visier genommen. Nun reagiert Peking mit entsprechenden Gegenmaßnahmen. Derweil stürzt der Dax ab.
Am Mittwoch hatte US-Präsident Trump chinesische Produkte mit Zöllen in Höhe von 34 Prozent belegt. Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt.
Nun haben die Chinesen Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent auf US-Importe angekündigt. Der Dow Jones Industrial sackte daraufhin am Freitag um weitere 5,50 Prozent auf 38.314,86 Zähler ab. Die hohen Verluste wurden von weit überdurchschnittlichen Handelsumsätzen begleitet, die wohl den Begriff Ausverkauf rechtfertigen.
Die Zölle sollen laut China-Handelsministerium am 10. April in Kraft treten. Ebenso plant die chinesische Regierung, wegen der US-Zölle eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einzureichen.
Der Deutsche Aktienindex (Dax) reagierte umgehend: Das Börsenbarometer lag bereits 2,5 Prozent im Minus und stürzte dann weiter ab und war am Mittag bei minus 5,0 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Den größten Verlust in seiner Geschichte musste der Dax am 16. Oktober 1989 hinnehmen. Damals stürzte der Aktienindex um 13 Prozent ab.
Ölpreis im Keller, Fed-Chef warnt
Die Analysten der Investmentbank JP Morgan gehen inzwischen davon aus, dass das Risiko einer globalen Rezession als Folge der Trumpschen Zollpolitik von 40 auf 60 Prozent gestiegen ist, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die Angst vor einem weltweiten Konjunktureinbruch hat auch die Ölpreise am Freitag abermals auf Talfahrt geschickt. Die Preise für Rohöl aus der Nordsee und US-Rohöl fielen auf den tiefsten Stand seit 2021. Die aggressive Zollpolitik der USA und die nun erfolgte Reaktion Chinas belasteten.
Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell (72), geht unterdessen davon aus, dass das neue Zollpaket von Trump zu einer höheren Inflation und einem langsameren Wachstum führen wird.
"Auch wenn die Unsicherheit nach wie vor groß ist, wird nun deutlich, dass die Zollerhöhungen deutlich größer ausfallen werden als erwartet, und dasselbe gilt wahrscheinlich auch für die wirtschaftlichen Auswirkungen", sagte Powell. Dazu zählten eine höhere Inflationsrate und ein langsameres Wachstum. "Der Umfang und die Dauer dieser Auswirkungen bleiben ungewiss."
Trump reagierte auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social auf Powells Äußerungen. Dies wäre ein "perfekter Zeitpunkt" für Powell, die Zinsen zu senken, schrieb er. Dieser sei immer spät dran, "aber jetzt könnte er sein Image ändern, und zwar schnell". In Großbuchstaben fügte er hinzu: "Senke die Zinsen, Jerome, und hör auf, Politik zu spielen!" Trump ist ein Kritiker des Fed-Chefs und ein Verfechter niedriger Zinsen.
Erstmeldung vom 4. April, 12.57 Uhr, aktualisiert um 22.23 Uhr.