Ein Jahr nach tödlichem Flixbus-Unfall: So steht es um die Ermittlungen
Von André Jahnke
Leipzig - Ein Jahr nach dem schweren Busunfall auf der A9 bei Leipzig mit vier Toten sind die Ermittlungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen.

"Es fehlt unter anderem an dem unfallanalytischen Gutachten der DEKRA", sagte eine Sprecherin der Leipziger Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Angesichts der noch laufenden Ermittlungen werde sie zu einzelnen, bereits vorliegenden Ermittlungsergebnissen nichts sagen.
Der Doppelstockbus des Anbieters Flixbus, der von Berlin nach Zürich fahren sollte, war am 27. März 2024 auf der A9 in Richtung München knapp zwei Stunden nach der Abfahrt von der Fahrbahn abgekommen.
Dann raste das Fahrzeug mit 54 Menschen an Bord noch knapp 100 Meter über den Grünstreifen, walzte Gebüsche sowie kleinere Bäume nieder und stürzte schließlich auf die Seite.
Ermittlungen gegen Busfahrer
Vier Frauen starben, darunter eine 47-jährige Polin, eine 43 Jahre alte Frau aus der Ukraine, eine 20-jährige Indonesierin mit Wohnsitz in Berlin sowie eine 19-Jährige aus Bayern. 30 weitere Menschen waren zum Teil schwer verletzt worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen war kein anderes Fahrzeug an dem Unfall beteiligt.
Gegen den Fahrer wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt, betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Wann und mit welchem Ergebnis die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, kann ich derzeit nicht sagen."
Nach Angaben des Busunternehmens hatte der Fahrer alle Lenk- und Ruhezeiten eingehalten.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa