Thüringens Bildungsminister schließt Ausnahmen in Schulordnung nicht aus
Von Stefan Hantzschmann
Erfurt - Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (43, CDU) rechnet mit Änderungen am aktuellen Entwurf zur Schulordnung.

"Der Rahmen wird gegeben durch die Schulordnung. Und dann müssen wir gucken, wie im Rahmen beispielsweise der reformpädagogischen Konzepte Öffnungen möglich sind", sagte Tischner.
Er gehe davon aus, dass es noch Änderungen im Entwurf geben wird. "Der Rahmen muss sein: Die Versetzungsentscheidung ab der sechsten Klasse kommt - im Allgemeinen", sagte Tischner. Bestimmte Ausnahmen schloss er aber nicht aus.
Die Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD hatte sich darauf verständigt, in den Thüringer Schulen Kopfnoten wieder einzuführen und auch das Sitzenbleiben schon ab Klasse sechs zu ermöglichen. Dafür will Tischner die Schulordnung ändern.
Ein erster Entwurf sorgte aber für Unmut. Die Landeselternvertretung wertete die Pläne als Angriff auf die Existenz der Gemeinschaftsschulen. Auch die oppositionelle Linke kritisierte die Brombeer-Pläne scharf. Linke-Bildungspolitikerin Ulrike Grosse-Röthig (*1980) argumentierte, dass in Gemeinschaftsschulen häufig jahrgangsübergreifend gearbeitet wird.
Nach einem Gespräch mehrerer Schulleiter und Vertreter der freien Schulen mit Tischner äußerten sich Teilnehmer erleichtert. Man sei bestärkt, individuelle Wege an den Schulen weiterentwickeln zu können, sagte etwa Marco Eberl von der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Schulträger.
Titelfoto: Michael Reichel/dpa