Darum sind öffentliche WCs wichtig, aber auch verdammt teuer

Von Andreas Göbel

Eisenach - Öffentliche Toiletten sind für die Thüringer Städte ein wichtiges freiwilliges Angebot - neben Bau und Sanierung treibt vor allem der Unterhalt die Kosten in die Höhe.

Öffentliche Toiletten verursachen enorme Kosten. (Symbolfoto)
Öffentliche Toiletten verursachen enorme Kosten. (Symbolfoto)  © Martin Schutt/dpa

"Vandalismus und starke Verschmutzungen stellen die größte Herausforderung dar", sagt Birgit Schellbach von der Stadtverwaltung Eisenach.

Die Reinigung werde angesichts steigender Preise immer teurer: So seien allein für die öffentliche Toilette Johannisplatz im Jahr 2023 Kosten in Höhe von 14.300 Euro angefallen, die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren hätten bei 3000 Euro gelegen.

Wenngleich die Ausgaben nicht überall genau beziffert werden können, klagen auch Erfurt, Mühlhausen, Jena, Gera und Sonneberg über die Probleme: Vandalismus und übermäßige Verschmutzung verursachten hohe Kosten - während in vielen Fällen die Toilettenbenutzung sogar kostenfrei sei.

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Daneben sei es teils schwierig, Personal zu finden, heißt es aus den Stadtverwaltungen. Manche Örtlichkeiten würden zu selten genutzt. Auch der Neubau von Toilettenanlagen sei teuer. So habe in Erfurt der Bau der jüngsten Toilettenanlagen in der Gera-Aue und im Nordpark mit jeweils rund 250.000 Euro zu Buche geschlagen, beziffert Sprecher Patrick Weisheit.

Einige Thüringer Städte beteiligen sich deshalb am Projekt "Nette Toilette". Dabei verpflichten sich Gewerbetreibende dazu, ihr "stilles Örtchen" kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Dafür erhalten sie von den Kommunen eine Aufwandsentschädigung.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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