Krise bei VW in Sachsen: Jetzt haben auch die Zulieferer Angst
Zwickau - Zu teuer, zu geringe Reichweite, schlechte Lade-Infrastruktur: Seit die Subventionen wegfallen, bricht der Absatz von E-Autos ein. Und das hat nach Einschätzung von Experten negative Folgen auch für Zulieferer in Sachsen.
"Wenn Volkswagen Zwickau weniger Autos baut, dann können die Zulieferer dort auch nur weniger Teile hinliefern", sagt Dirk Vogel (53) vom Branchennetzwerk AMZ. Es sei zu erwarten, dass die Firmen ebenfalls mit Kurzarbeit oder Stellenabbau reagieren - in welcher Größenordnung, das sei noch unklar.
Allgemein gilt, dass an jedem Arbeitsplatz bei Autoherstellern noch einmal drei bis vier Jobs bei Zulieferbetrieben hängen, so Vogel. Volkswagen hatte am Donnerstag angekündigt, demnächst auslaufende Verträge von 269 Mitarbeitern in Zwickau nicht zu verlängern.
Als Grund wurde "die aktuelle Marktsituation" genannt. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer (72) rechnet ohne einen Politikwechsel damit, dass sich die Probleme für Hersteller und Zulieferer verschärfen.
Um das abzuwenden, müsste seiner Ansicht nach die Prämie für den Kauf von E-Autos sofort auf früherem Niveau gezahlt werden.
95.000 Beschäftigte in Autobranche
Den Kauf von E-Autos auf Dauer mit Steuergeldern subventionieren? AMZ-Netzwerkmanager Vogel hat eine andere Forderung: "Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, dass die Fahrzeuge billiger zu produzieren sind."
Zudem solle man darüber nachdenken, wie in Deutschland der Energiepreis gesenkt werden könne. Dann würden sich die Fahrzeuge für Käufer auch ohne Kaufprämie mehr rechnen und ihnen Nutzungsvorteile bieten.
Laut AMZ gibt es in Sachsen neben fünf Fahrzeug- und Motorenwerken von VW, BMW und Porsche rund 780 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister der Autobranche. Sie zählt insgesamt mehr als 95.000 Beschäftigte.
Titelfoto: Arno Burgi/dpa