Sachsens Umweltminister will Jagd auf Wölfe vereinfachen
Dresden - Zwischen Verhandlungen in Brüssel und Berlin setzte Sachsens neuer Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (53, CDU) jetzt politische Duftmarken. Artenschutz, Agrarpolitik, Fördergeld: So will der Minister, der selbst Landwirtschaft betreibt, diese Arbeitsfelder beackern.

Wie sein Amtsvorgänger Wolfgang Günther (51, Grüne) möchte der Minister ökologisch wirtschaftende Agrarbetriebe besonders fördern.
"Wir behandeln künftig aber jeden Landwirt gleich. Ich mache das nicht mehr zum Politikum, wer sich wie entscheidet zu wirtschaften", so der Minister.
Von Breitenbuch sieht, dass tiefe Gräben den bäuerlichen Berufsstand spalten. Da heißt es heute oft: Groß gegen Klein und ökologische gegen konventionelle Landwirtschaft.
Der Minister: "Wir müssen wieder in den sachlichen Dialog kommen. Die Landwirte miteinander sowie die Verwaltung mit den Bauern."



Auch sein Ministerium muss sparen

Der Christdemokrat sprach in Brüssel in Sachen Artenschutz vor. Er tritt dafür ein, dass der Wolf ins deutsche Jagdrecht kommt und dass es "ein regional angepasstes Wolfsmanagement" gibt. Problemwölfe sollen problemlos entnommen werden können.
Zudem sollen die Fristen verlängert werden für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme. Von Breitenbuch wünscht sich, dass die EU künftig mehr Wirkstoffe "unter wissenschaftlicher Begleitung" im Pflanzenschutz zulässt.
Im Bund suchte der Minister erfolgreich den Schulterschluss mit seinen Ost-Kollegen, um Ungemach von hiesigen Großbetrieben abzuwenden.
"Wenn man die großen Betriebe schlecht behandelt, hat das Auswirkungen auf die gesamte Agrarstruktur. Im Sinne der Tierhaltung müssen wir schauen, dass dort mit Augenmaß Politik gemacht wird", so von Breitenbuch.
Sein Ressort muss auch sparen. Der Minister streicht die Mittel für die Grüne Woche. Das sächsische Luchsauswilderungsprogramm steht auf dem Prüfstand.
Titelfoto: Bildmontage: Axel Gomille, Eric Münch