Öko-Partei kritisiert 9-Euro-Ticket und fordert ein "SachsenAbo"
Sachsen - Das 9-Euro-Ticket wurde in den vergangenen Monaten heftig kritisiert. Nun schießt auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) gegen das Billig-Ticket und legt einen Vorschlag für die Zukunft vor.

Das 9-Euro-Ticket sei eine "Fehlkonstruktion", sagt die ÖDP Sachsen. Es sei lediglich ein einfallsloser Ausgleich zu den hohen Benzinpreisen, würde langfristig allerdings keine Auswirkungen haben. Die investierten Milliarden hätten, so die Kleinpartei, in den Ausbau des ÖPNV-Angebots gesteckt werden müssen.
Die Öko-Partei fordert daher ein "solidarisch finanziertes, obligatorisches 'SachsenAbo' für den Nah- und Regionalverkehr Sachsens, das Bürgern das fahrscheinlose Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel ermöglicht".
Die Idee: Alle Bürger zahlen eine Gebühr, wie etwa beim Rundfunkbeitrag und können dann den ÖPNV unbegrenzt nutzen.
Das Problem: Menschen, die in ländlichen Regionen leben, können das Angebot nur sehr eingeschränkt nutzen.
Daher fordert die Kleinpartei, dass der Nahverkehr fußläufig erreichbar ist. Zusätzlich sollen Angebote wie etwa Bike- und Carsharing oder Taxi- und Sammeltaxifahrten in das "SachsenAbo" integriert werden.

"SachsenAbo" soll nur im Freistaat gelten: Öko-Partei will bundesweite Sinnlos-Fahrten unterbinden

Das solidarisch finanzierte Sachsen-Ticket soll, wie es der Name schon sagt, nur für Sachsen gelten. "Wir müssen verhindern, dass Menschen unnötig lange Wege fahren, weil es ja nicht mehr kostet. Ein bundesweit gültiges Ticket hilft dabei nicht", erklärt ÖDP-Sprecher Markus Taubert (26).
Das 9-Euro-Ticket gilt noch bis Ende August, wie es danach weitergeht - unklar. Aktuell stehen mehrere Nachfolger des Billig-Tickets im Raum, wie etwa ein Regionalticket für 29 Euro oder ein bundesweites Ticket für 49 Euro. Das schlagen die Grünen in einem Konzeptpapier vor.
Der Koalitionspartner FDP stellt sich allerdings quer, lehnt ein direktes Nachfolgeticket für September ab.
Fakt ist: Das 9-Euro-Ticket wird nicht verlängert. Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) stellte bereits klar, dass es aus dem Bundeshaushalt keine weiteren Gelder mehr für das Billig-Ticket geben wird.
Titelfoto: Kristin Schmidt