Ob der Bürgerentscheid sein Ziel erreicht? Erste Gemeinde setzt ein Zeichen gegen Windräder

Hohnstein/Meißen - Die Stadt Hohnstein führte am vergangenen Sonntag einen Bürgerentscheid zur Nutzung von Windkraft durch. Das Votum der Einwohner besitzt juristisch kaum Kraft. Es könnte aber enorme Signalwirkung entfalten.

Die stolze Burg Hohnstein dominiert die Stadtansicht von Hohnstein. Die Bürger der Stadt haben sich klar gegen Windräder auf dem Gebiet ihrer Gemeinde ausgesprochen.
Die stolze Burg Hohnstein dominiert die Stadtansicht von Hohnstein. Die Bürger der Stadt haben sich klar gegen Windräder auf dem Gebiet ihrer Gemeinde ausgesprochen.  © Thomas Türpe

Die Abstimmungsfrage lautete: Soll die Stadt Hohnstein alle rechtlich zur Verfügung stehenden Maßnahmen und Möglichkeiten zur Verhinderung der Errichtung von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet ergreifen?

1568 Wähler (76,1 Prozent) beantworteten diese Frage mit "Ja". 492 Einwohner (23,9 Prozent) verneinten. "Stadtrat, Stadtverwaltung und ich haben damit eine klare Handlungsanweisung gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet erhalten", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (44, SPD).

Den Willen der Bürgerschaft haben die Räte vorsorglich abgefragt. Brade: "Aktuell gibt bei uns keine entsprechenden Projekte oder Anträge. Wir sehen aber in unseren Nachbargemeinden Stolpen und Dürrröhrsdorf, welche Dynamik Planungen für Windkraftanlagen entfalten."

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Dort haben sich Bürgerinitiativen zur Verhinderung von Ansiedlungen gegründet und dörfliche Gemeinschaften zerbrechen im Streit um die Windkraftanlagen. Die Windkraft-Gegner treibt vor allem um, dass sie vor Ort kaum mitreden können, denn für diese Projekte gilt privilegiertes Baurecht.

Daniel Brade (44, SPD) ist Bürgermeister von Hohnstein. Er stellte sich 2022 für die Unabhängige Wählervereinigung zur Wahl.
Daniel Brade (44, SPD) ist Bürgermeister von Hohnstein. Er stellte sich 2022 für die Unabhängige Wählervereinigung zur Wahl.  © Stefan Häßler
Mehrere Windkraftanlagen nahe der Stadt Puschwitz (bei Bautzen). Der Ausbau der Nutzung der Windenergie geht im ländlichen Raum mit Protesten einher.
Mehrere Windkraftanlagen nahe der Stadt Puschwitz (bei Bautzen). Der Ausbau der Nutzung der Windenergie geht im ländlichen Raum mit Protesten einher.  © Imago

Bürgerinitiativen protestieren gegen Windräder

Diese Tatsache sorgt überall im Land für massenhaft Proteste. Im Meißner Land schlossen sich jüngst mehrere Bürgerinitiativen zusammen.

Sie befürchten, dass ihr Landkreis schätzungsweise sechs bis zehn Prozent seiner Fläche für Windparks zur Verfügung stellen muss, damit der Regionale Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge das staatlich vorgegebene Flächennutzungsziel (zwei Prozent für Windkraft) erfüllen kann.

"Hohnstein hat den Willen seiner Bürger abgefragt. Das sollten auch andere Gemeinden tun, um ein klares Stimmungsbild zu bekommen", sagt nun ein Sprecher der Meißner Gegenwind-Bewegung.

Titelfoto: Thomas Türpe

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