Hohburkersdorf - Innerhalb von Minuten entwickelte sich ein kleines Feuer zum Vollbrand. Die Flammen zerstörten vor knapp zwei Wochen das 350 Jahre alte Fachwerkhaus in Hohburkersdorf bei Hohnstein (Sächsische Schweiz) bis auf die Grundmauern. Ralf Herold (57) blickt auf die verkohlten Trümmer seiner Existenz.
Notizblätter, Besteck und andere Habseligkeiten schimmern durch den schwarzen Müllhaufen, der einst sein Wohnhaus war.
Personalausweis, Führerschein und Bankkarte sind gerade neu beantragt.
Nichts ist Ralf Herold geblieben: "Meine Frau ist im Pyjama raus, ich in diesen Klamotten, es ist einfach alles weg."
Seit 40 Jahren verheiratet, erfüllte sich das Ehepaar Herold erst letztes Jahr den Traum und zog aus Bayern in die Sächsische Schweiz.
Nach der Brandnacht ist Ralf Herold bei Frank Eichler (64), seinem Nachbarn direkt gegenüber, untergekommen: "Nicht nur wir haben geholfen, Leute aus dem Dorf und den umliegenden Gemeinden waren direkt am nächsten Morgen da und haben Sachen gebracht."
Rund 9500 Euro Spenden wurden für Ralf Herold bereits gesammelt
Die Ehefrau ist mit Pflegestufe 3 zur Sicherheit in einem Krankenhaus untergebracht: "Sie leidet an Long Covid, hat schwere Depressionen. Man kann sie nicht unbeaufsichtigt lassen", erklärt Herold besorgt.
In der Nachbargemeinde könnte Herold eine Dreizimmerwohnung beziehen, dort einen Neuanfang starten. Doch am liebsten würde er das Haus wieder aufbauen: "Ich muss abwarten, was der Gutachter sagt. Das Fachwerkhaus war zum Glück noch aus DDR-Zeiten versichert."
Die Stadt Hohnstein hat eine Spendenkampagne zur Unterstützung ins Leben gerufen. Bisher wurden rund 9500 Euro eingenommen.
Bürgermeister Daniel Brade (44, SPD): "Die Gelder sollen dazu verhelfen, wieder auf die Beine zu kommen, und werden in Absprache mit Herrn Herold von uns gesammelt, dann vollständig überwiesen."
Infos: www.hohnstein.de/wohnungsbrand-hohburkersdorf-spendenkonto