Linke wollen Sperrung von Strom verbieten

Dresden - Die Zahl der Privathaushalte, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können (oder wollen), steigt in Sachsens Großstädten.

Susanne Schaper (47) ist Vorsitzende der Linken in Sachsen und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion im Landtag.
Susanne Schaper (47) ist Vorsitzende der Linken in Sachsen und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion im Landtag.  © Norbert Neumann

"Wir fordern ein gesetzliches Verbot von Strom- und Gassperren – Energie ist ein Menschenrecht", erklärt dazu die Vorsitzende Linksfraktion, Susanne Schaper (47).

Die Chemnitzerin hat die Zahl der Stromsperren bei der Staatsregierung abgefragt. Demnach steigen die Werte nach jahrelangem Abwärtstrend wieder an. Für Dresden, Leipzig und Chemnitz verzeichnete man 2024 insgesamt 5531 Stromabschaltungen (+35 Prozent gegenüber Vorjahr).

In Dresden waren die Betroffenen im Schnitt eine Woche ohne Strom. In Leipzig dauerten 70 Prozent der Abschaltungen "bis zu 14 Tage". Zahlen aus den Landkreisen gibt es dazu nicht.

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Susanne Schaper: "Eine Stromabschaltung hilft niemandem, oft verschlimmert sie die Situation der Betroffenen noch. Wer keinen Strom hat, sitzt nicht nur im Dunkeln, sondern kann sich oft auch keine Nahrung zubereiten."

Immer mehr Haushalte in Sachsen haben Probleme, ihre Stromrechnungen zu bezahlen. (Symbolbild)
Immer mehr Haushalte in Sachsen haben Probleme, ihre Stromrechnungen zu bezahlen. (Symbolbild)  © Imago

Sächsische Linke fordert sozial-ökologische Stromtarife

Die Linke fordert neben dem gesetzlichen Verbot von Strom- und Gassperren einen Härtefallfonds sowie sozial-ökologische Stromtarife. "Wir schlagen ein verbindliches Kontingent an kostenfreiem oder kostengünstigem Strom vor, das an der jeweiligen Haushaltsgröße orientiert ist.

Viele Menschen werden dann versuchen, Energie zu sparen und möglichst innerhalb des kostengünstigen Kontingents zu bleiben. Das hilft auch beim Klimaschutz", so Schaper.

Titelfoto: Norbert Neumann

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