Dresden - Die Stimmung in der sächsischen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) sind alarmiert und üben heftig Kritik am Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt 2025/2026, der deutliche Kürzungen im Bereich der Co-Finanzierung von Förderprogrammen und Infrastrukturmaßnahmen enthält.
"Diese massive Reduzierung der Investitionen sind ein Schlag ins Kontor der sächsischen Wirtschaft", sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz und Sprecher der Sächsischen IHKs.
Die Kammern fordern von der Staatsregierung, das geplante Sondervermögen des Bundes gezielt für die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur einzusetzen.
Sie appellieren an die Landesregierung, durch Investitionen die wirtschaftliche Zukunft des Freistaates sicherzustellen.
"Seit 2018 erleben wir einen stetigen Rückgang der Konjunktur. Wir brauchen jetzt entschlossenes Handeln", mahnt der Präsident der IHK Dresden, Dr. Andreas Sperl (78). Laut Umfragen der Kammern schrumpft die Bereitschaft der Betriebe dramatisch, hierzulande zu investieren. Lieber gehen sie ins Ausland, um ihre Kosten zu senken. "Deutsche Unternehmen sind dabei, sich abzukoppeln vom Heimatmarkt", warnt Sperl.
Mit Sorge schaut er auf die geplante Erhöhung des Mindestlohnes auf 15 Euro sowie den Strukturwandel in der Automobil-Branche. Sperl: "Sachsen wäre gut beraten, sich jetzt beim Aufbau der wehrtechnischen Industrie einzubringen."