Bad Schandau - Längst sind Risse an der Bad Schandauer Elbbrücke mit bloßem Auge zu erkennen. Proben von Beton, Mörtel und Spannstahl wurden bereits entnommen.
Für neue Erkenntnisse werden jetzt Dutzende Sensoren auf der Brücke installiert. Danach soll der Belastungstest mit Schwerlastmodul folgen.
"Wir wollen die teure Messtechnik nicht in der Elbe versenken. Deshalb lassen wir jetzt vorbereitende Messungen durchführen", erklärt Stephan Berger (51) vom Infrastrukturministerium.
Gemessen werden Längs- und Querneigungen, Temperaturen, Rissbreiten und Dehnungen. Dafür kommen Dutzende Körperschall-Mikrofone, Temperatur- und Dehnungssensoren zum Einsatz. Ein Radargerät soll Hohlräume im Beton sichtbar machen.
"Ziel ist, die Restnutzungsdauer der Brücke zu ermitteln", sagt Professor Steffen Marx (55, TU Dresden), dessen Firma MKP die Messungen durchführt.
Ausschließen, dass die Brücke vorzeitig einstürzt, kann er nicht. "Ein Restrisiko bleibt. Verglichen mit der Carolabrücke ist diese Brücke aber wesentlich besser erhalten. Bislang gibt es einen einzigen Drahtbruch."
Behelfsbrücke in Bad Schandau kommt frühestens 2026
So oder so wird laut Ministerium parallel "mit Hochdruck" an der Behelfsbrücke (früheste Fertigstellung: 2026) gearbeitet. Spätestens Anfang März soll die Entscheidung für eine Behelfsbrücken-Variante fallen. Abteilungsleiter Berger: "Sollte der Belastungstest schiefgehen, werden wir unmittelbar ausschreiben."
Funktioniere der Test aber, könnte die Brücke noch im Frühjahr für alle außer Schwerlaster geöffnet werden. Für wie lange genau, das sollen die Messergebnisse zeigen.