Bad Schandauer Brücke wird gründlich vermessen

Bad Schandau - Längst sind Risse an der Bad Schandauer Elbbrücke mit bloßem Auge zu erkennen. Proben von Beton, Mörtel und Spannstahl wurden bereits entnommen.

Steffen Marx (55) ist Professor für Ingenieurbau an der TU Dresden.  © Stefan Häßler

Für neue Erkenntnisse werden jetzt Dutzende Sensoren auf der Brücke installiert. Danach soll der Belastungstest mit Schwerlastmodul folgen.

"Wir wollen die teure Messtechnik nicht in der Elbe versenken. Deshalb lassen wir jetzt vorbereitende Messungen durchführen", erklärt Stephan Berger (51) vom Infrastrukturministerium.

Gemessen werden Längs- und Querneigungen, Temperaturen, Rissbreiten und Dehnungen. Dafür kommen Dutzende Körperschall-Mikrofone, Temperatur- und Dehnungssensoren zum Einsatz. Ein Radargerät soll Hohlräume im Beton sichtbar machen.

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"Ziel ist, die Restnutzungsdauer der Brücke zu ermitteln", sagt Professor Steffen Marx (55, TU Dresden), dessen Firma MKP die Messungen durchführt.

Ausschließen, dass die Brücke vorzeitig einstürzt, kann er nicht. "Ein Restrisiko bleibt. Verglichen mit der Carolabrücke ist diese Brücke aber wesentlich besser erhalten. Bislang gibt es einen einzigen Drahtbruch."

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Manche Schäden an der Elbbrücke sind leicht zu erkennen.  © Stefan Häßler
In der Bad Schandauer Brücke ist Henningsdorfer Spannstahl eingebaut - wie in der Dresdner Carolabrücke.  © Stefan Häßler
Die Arbeiten an der Brücke sind in vollem Gange.  © Stefan Häßler
Es werden unter anderem Körperschall-Mikrofone angebracht, die Rissbildungen im Spannstahl hören und verorten.  © Stefan Häßler
Bald soll mit diesem Schwerlastmodul die Belastbarkeit der Brücke getestet werden. Aber schon vorher finden wichtige Messarbeiten statt.  © Stefan Häßler

Behelfsbrücke in Bad Schandau kommt frühestens 2026

So oder so wird laut Ministerium parallel "mit Hochdruck" an der Behelfsbrücke (früheste Fertigstellung: 2026) gearbeitet. Spätestens Anfang März soll die Entscheidung für eine Behelfsbrücken-Variante fallen. Abteilungsleiter Berger: "Sollte der Belastungstest schiefgehen, werden wir unmittelbar ausschreiben."

Funktioniere der Test aber, könnte die Brücke noch im Frühjahr für alle außer Schwerlaster geöffnet werden. Für wie lange genau, das sollen die Messergebnisse zeigen.

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