8. Mai wird offizieller Gedenktag in Sachsen: Was bedeutet das?
Dresden - Sachsen bekommt einen dritten Gedenktag. Nach einem Beschluss des Landtages wird der 8. Mai künftig als "Tag der Befreiung" im Freistaat begangen. Ein Beschluss, den man im Kalender durchaus rot anstreichen darf.

Denn zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit hat die regierende CDU einem Antrag der oppositionellen Linken stattgegeben.
Geschuldet ist das dem neu eingeführten "Konsultationsmechanismus", einer Vereinbarung zur Verständigung mit Grünen, BSW und Linken.
Damit soll die Opposition einerseits frühzeitig in Gesetzesinitiativen und Vorhaben der Staatsregierung eingebunden werden.
Andererseits muss die Regierungskoalition aus CDU und SPD Zugeständnisse an die drei Parteien machen, um eigene Vorhaben im Landtag durchzufechten.
Wird der 8. Mai auch "arbeitsfrei"?

Zur absoluten Mehrheit fehlen SPD und CDU zehn Stimmen. Die AfD ist dem Mechanismus nicht beigetreten. Sie lehnte den Antrag am Mittwoch auch ab.
Mit dem Beschluss wird der 8. Mai künftig zum Gedenktag an die "Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa".
Rein praktisch bedeutet das unter anderem offizielle Gedenkveranstaltungen und eine entsprechende Beflaggung.
Ein Feiertag und damit "arbeitsfrei" ist der Tag allerdings nicht. Offizielle Gedenktage sind bisher nur Volkstrauertag und Totensonntag.
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