Mann will Traktor überholen, plötzlich biegt dieser ab: Autofahrer kämpft um Leben
Röckingen - Im mittelfränkischen Landkreis Ansbach kämpft ein junger Mann nach einem schweren Unfall um sein Überleben. Er hatte wohl versucht, einen Traktor zu überholen, als dieser plötzlich abbiegen wollte.

Durch die Wucht des Zusammenstoßes mit dem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug schleuderte das Auto frontal gegen einen Baum.
"Übrigens der einzige Baum in der ganzen Nähe", so Willi Hoffmann, Kreisbrandinspektor im Landkreis Ansbach, vor Ort an der Verbindungsstraße zwischen Dinkelsbühl und Wassertrüdingen.
Der nach ersten Informationen 25 Jahre alte Fahrer sei unterhalb des Beckens massiv eingeklemmt gewesen.
Rund 45 Minuten hätten die Einsatzkräfte demnach gebraucht, den Mann mit schwerem Gerät aus seinem Wrack zu befreien - auch wegen der schwierigen Lage im Bereich des Baums.
"Der Fahrer wurde dann im Rettungswagen noch erstversorgt und wurde dann mit dem Hubschrauber in eine Zielklinik verlegt", so Hoffmann.
Hoffnungsschimmer: Arzt war zufällig unter den Ersthelfern

Die Polizei hat gemeinsam mit einem Gutachter die Ermittlungen aufgenommen. Dieser habe laut Reportern vor Ort einen ersten möglichen Grund für den folgenschweren Unfall festgestellt.
Laut dem Pressedienst Vifogra habe der Sachverständige bestätigt, dass der Blinker am Traktor selbst funktionieren würde. Allerdings: Das Rücklicht am Güllefass, das als Anhänger mitgezogen wurde, sei defekt gewesen.
Es könnte also sein, dass der Autofahrer die Abbiegeabsicht gar nicht wahrnehmen konnte. Die Unfallursache müsse allerdings noch genauer untersucht werden.
Hoffmann betonte in diesem Zusammenhang die Rolle der Ersthelfer: "Hier war es zufälligerweise noch ein Arzt, der vor Ort war. Da war natürlich die Chance, dass der Patient das überlebt, deutlich größer." Man müsse jedoch kein Mediziner sein, um wertvolle Hilfe zu leisten.
Es sei für die Einsatzkräfte vorsorglich die Psychosoziale Notfallnachsorge alarmiert worden.
Titelfoto: vifogra / Goppelt