"Werden sehen, wer der Kräftigere ist": EU erarbeitet Konter auf Trumps Zoll-Hammer
Washington, D.C./Berlin - Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump (78) für ein gewaltiges Zollpaket bereitet die Welt den Gegenschlag vor. Auf EU-Ebene ist laut Noch-Wirtschaftsminister Robert Habeck (55, Grüne) eine harte Antwort bereits vorbereitet.

Bei einem Pressetermin in Berlin hielt der Grünen-Politiker einen Stapel Papier in die Kameras. "Doppelseitig bedruckt" seien darauf "listenweise" verschiedene Produkte aufgeführt, die von EU-Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Näheres dürfe er nicht sagen, führte Habeck weiter aus. Es laufe noch die Abstimmung mit den Partnerländern.
"Die EU-Kommission wird darüber reden." Aber "da ist gut gearbeitet worden", versicherte er. Wann und wie genau Brüssel auf die Zoll-Attacke aus Washington vorgehen wird, ist allerdings noch unklar.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (66) bezeichnete Trumps Maßnahme als "schweren Schlag für die Weltwirtschaft". Die Zölle hätten entsetzliche Konsequenzen für Millionen Menschen auf der Erde.
Zugleich signalisierte sie die anhaltende Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der US-Regierung. "Es gibt einen alternativen Weg", so von der Leyen.
Wichtig sei ein entschlossenes Auftreten

Habeck befürwortete, dass die Kommission zunächst mit den USA verhandeln will. Wichtig sei aber ein entschlossenes Auftreten. "Diesen Tag der Willkür sollten wir mit einem Tag der Entschlossenheit, der europäischen Entschlossenheit beantworten."
Unter Druck knicke Trump ein und korrigiere seine Ansagen. "Und dann werden wir sehen, wer bei diesem Armdrücken der Kräftigere ist."
Trump hatte zuvor die bislang weitreichendsten Zölle für Handelspartner in aller Welt angekündigt. Importe aus der Europäischen Union werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China mit einem Zoll von 34 Prozent.
Als "Mindestsatz" für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent. Er will damit Unternehmen bewegen, in den USA zu produzieren.
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