"Für Länder in der ganzen Welt": Trump bringt neues Zollpaket auf den Weg

Washington (USA) - US-Präsident Donald Trump (78) hat ein gewaltiges Zollpaket verkündet, das auch die Europäische Union hart trifft.

Donald Trump möchte ein System wechselseitiger Zölle "für Länder in der ganzen Welt" einführen.
Donald Trump möchte ein System wechselseitiger Zölle "für Länder in der ganzen Welt" einführen.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Die US-Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten ein. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen, wie der Republikaner im Rosengarten des Weißen Hauses ankündigte.

Auf Einfuhren aus der Europäischen Union in die USA sind demnach neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen.

Es ist der bisher aggressivste und folgenschwerste Schritt in der Handelspolitik des US-Präsidenten. Dies dürfte die Weltwirtschaft im erheblichen Maße belasten.

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Ein Handelskrieg mit der EU scheint nun unausweichlich.

"Sie zocken uns ab. Es ist so traurig, das zu sehen. Es ist so erbärmlich", sagte Trump mit Blick auf die Europäer.

Trump spricht von "Tag der Befreiung"

Die USA will überall dort ihre Zölle anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.
Die USA will überall dort ihre Zölle anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Der Republikaner hatte den Tag der Verkündung vorab als "Tag der Befreiung" angepriesen und die Verhängung wechselseitiger Zölle angekündigt.

Das bedeutet im Prinzip, dass die USA überall dort ihre Zölle entsprechend im Verhältnis anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.

Nun will er ein höchst komplexes System einführen, das sowohl wechselseitige als auch pauschale Strafabgaben enthält.

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Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus - ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit - im großen Stil auf Zölle.

Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm seine Nachbarn Kanada und Mexiko ins Visier. Gerade die Autozölle treffen Europa und den deutschen Markt schwer.

Zölle haben Folgen für Verbraucher

Donald Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen.
Donald Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen.  © Evan Vucci/AP/dpa

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Sie muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden - in diesem Fall also von den Unternehmen in den USA.

Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Firmen die höheren Kosten nicht einfach selbst übernehmen. Sie dürften sie an die Verbraucher weitergeben - die Preise steigen so, und die Inflation könnte wieder angeheizt werden.

Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA fördern.

Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und möglichen Stellenstreichungen führen, was die Wirtschaft insgesamt belasten kann.

Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen den USA und der EU wird daher auch für deutsche Verbraucher deutlich spürbare Auswirkungen haben.

Erstmeldung 22.24 Uhr, zuletzt aktualisiert um 23.13 Uhr.

Titelfoto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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