Rettung für den letzten Ikarus-Bus: Museum lässt "Gerippchen" wieder aufbauen
Chemnitz - Das "Gerippchen" vom Straßenbahnmuseum geht auf Reisen: Für geschätzte 120.000 Euro soll in Güstrow nach alten Plänen ein neuer Ikarus entstehen! CVAG-Sprecher Stefan Tschök (62) sprach bei der Verladung am Montag von einem "großen Tag für den letzten von einst sechs zweitürigen Überland-Bussen, die das Straßenbild von Karl-Marx-Stadt lange prägten".

Das gealterte Grundgerüst-Welt-Unikat Baujahr 1971 ist historische Original-Basis für den Wiederaufbau des einst in Ungarn produzierten ungarischen Gelenk-Omnibus Ikarus K 180.22. Obwohl das Relikt durch Sandstrahl-Behandlung in Berlin von Rost zerfressen war, entschloss sich die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) 2014 dennoch zur Rettung.
Straßenbahnfreunde-Vereinsmitglied Heiko Wolf (57) fällt der Abschied schwer: "Das 60-Sitzplätze-Wunder entlastete die Schmalspurbahn. Als Busfahrer in den 80ern hatte ich Ikarus-Busse trotz Servolenkung satt. Keine große Freude. Es hat geklappert und gezogen. Wir hatten Klappfenster und Dachluken, Erich Honecker Klimaanlage. Die Blattfedern brachen auf den maroden Straßen und mussten gefühlt dreimal pro Woche gewechselt werden."
Straßenbahnmuseums-Leiterin Claudia Großkopp (42) bittet um Projekt-Spenden: "20 .000 Euro der Sanierungskosten wurden schon gesammelt. Viele Bauteile werden hier von unseren Vereinsmitgliedern ehrenamtlich saniert. Wenn wir Erfolg haben, könnte der Ikarus-Bus schon in zwei Jahren zu uns zurückkehren, als Miet-Fahrzeug sogar auf die Straße."



