Von Christof Rührmair
München - Für das milliardenschwere und mit massiven Verzögerungen kämpfende Projekt Stammstrecke zwei steht der nächste Tunnelabschnitt an. Jetzt ist klar, wer den Rohbau in München übernimmt - und wann er beginnen soll.
Ab Juni sollen die Arbeiten starten, zu denen der Rohbau einer insgesamt mehrere Kilometer langen Tunnelröhre vom Marienhof in der Innenstadt zum Ostbahnhof auf der anderen Isar-Seite gehört, wie nun der Schweizer Konzern Implenia gemeldet hat.
Das Unternehmen hat zusammen mit Hochtief den Auftrag erhalten, dessen Gesamtvolumen demnach in einem hohen dreistelligen Millionenbereich liegt.
Die Planung sieht vor, dass die Arbeiten bis Mai 2033 abgeschlossen werden. Insgesamt umfasst der Auftrag die Rohbauten für zwei Verkehrstunnel und einen Rettungsstollen, den Tiefbahnhof München-Ost, acht Verbindungsbauwerke zwischen den Streckentunneln, ein Abzweigbauwerk, mehrere Stollen und Schächte sowie zudem noch eine neue Gleisunterführung im Ostbahnhof.
"Die zweite Stammstrecke erreicht eine neue Phase. Wir können nun endlich im gesamten Innenstadtbereich bauen", heißt es von der Deutschen Bahn mit Blick auf diese Etappe. "Im Osten werden sich drei große Tunnelbohrmaschinen wie gigantische Maulwürfe durch das Erdreich graben und so die Grundlage für einen besseren ÖPNV schaffen."
Deutsche Bahn peilt Fertigstellung der zweiten Stammstrecke zwischen 2035 und 2037 an
Die Maschinen mit einem Durchmesser von bis zu 8,70 Metern sollen sich dementsprechend ab 2027 auf einer Strecke von rund 2,9 Kilometern durch den Untergrund graben. Der reine Tunnelvortrieb im Ostabschnitt soll geplant zwei Jahre dauern.
Die zweite Stammstrecke soll den S-Bahn-Verkehr in der Münchner Innenstadt verbessern. Sie soll auf rund zehn Kilometern und in bis zu 48 Metern Tiefe zwischen den Haltestellen Laim und Leuchtenbergring entstehen. In diesem Bereich entstehen fünf neue Bahnhöfe. Nach aktueller Planung der Bahn soll das Mega-Projekt zwischen 2035 und 2037 fertiggestellt werden.
Das Projekt läuft seit Jahren und ist immer wieder von Verzögerungen und teils extremen Preissteigerungen betroffen.