Mehrere Streifen und Hubschrauber im Einsatz – um einen Graffiti-Sprayer zu fangen

München - Wurde hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen? In München waren in der Freitagnacht mehrere Streifen und ein Hubschrauber im Einsatz, um einen Graffiti-Sprayer zu schnappen.

Aufnahme aus dem Polizeihubschrauber: Der Sprayer (l.) versteckt sich unter einer Brücke, eine Streife der Bundespolizei nähert sich über die Gleise
Aufnahme aus dem Polizeihubschrauber: Der Sprayer (l.) versteckt sich unter einer Brücke, eine Streife der Bundespolizei nähert sich über die Gleise  © Bundespolizeidirektion München

Der 19-Jährige hatte einen Schaden von weniger als 300 Euro verursacht, als er bei frischer Tat ertappt wurde und weglief.

Ursprünglich waren die Beamten gar nicht wegen des Teenagers vor Ort, wie es in einer Mitteilung heißt.

"Während einer Überprüfung eines Einbruchsalarms an einem elektronischen Stellwerk entdeckte eine Streife der Bundespolizeiinspektion München gegen 22.25 Uhr eine Person, die in einer Unterführung unter den Gleisen ein Graffiti anbrachte", teilte die Bundespolizei mit.

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"Nach einer Gleissperrung konnte der 19-jährige Deutsche aus Neufahrn bei Freising gesichert und vorläufig festgenommen werden. Am Tatort stellten die Einsatzkräfte einen Rucksack mit mehreren Spraydosen sicher."

Bis zum Fahndungserfolg waren sowohl mehrere Streifenbesatzungen, als auch ein Polizeihubschrauber der Bundespolizeifliegerstaffel Oberschleißheim auf der Jagd.

Sachschaden beträgt gerade einmal 270 Euro

Der Teenager konnte gefasst werden. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen. (Symbolbild)
Der Teenager konnte gefasst werden. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen. (Symbolbild)  © Carsten Rehder/dpa

Gemessen an den Sachschaden von 270 Euro ein auffallend umfangreicher Aufwand. Oder?

"Das werden wir tatsächlich oft gefragt", so Sina Dietsch von der Pressestelle der Bundespolizeiinspektion München auf TAG24-Rückfrage.

"Wir müssen einerseits die Strafverfolgung gewährleisten. Andererseits liefen hierbei sowohl der Gesuchte, als auch die Beamten über die Gleise."

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Um die Gleissperrungen im Rahmen zu halten und keine unnötige Gefahr für Leib und Leben zu riskieren, würde man diese "effektivste und schnellste" Lösung wählen.

Allein wegen dieses Einsatzes mussten mehrere Züge zwischen dem Abzweig Neufahrn Nord und Freising stehen bleiben. Am Ende hatten vier Züge insgesamt 48 Minuten Verspätung, ein Zug fiel teilweise aus, ein weiterer Zug wurde komplett gestrichen.

Ihn nicht zu jagen, wäre vielleicht aus Sicht vieler auch eine Alternative gewesen. Was dann jedoch – und so ehrlich sollte man sein – einem Freibrief für solche Taten gleichen würde.

Titelfoto: Bundespolizeidirektion München

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