Junge Alternative Sachsen-Anhalt löst sich auf: Wie reagiert der Verfassungsschutz?
Von Christopher Kissmann
Magdeburg - Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) will sich im März in Sachsen-Anhalt auflösen.

"Hierfür müssen selbstredend die Mitglieder des Landesverbandes mehrheitlich zustimmen", sagte der JA-Landesvorsitzende Christian Mertens der Deutschen Presse-Agentur.
Für Anfang März soll eine entsprechende Versammlung einberufen werden.
Die Mitglieder sollen danach über weitere Schritte in der Jugendarbeit schriftlich informiert werden. Die Junge Alternative Sachsen-Anhalt hat nach eigenen Angaben aktuell 213 Mitglieder.
Anfang Februar hatte die JA bei einem Bundeskongress ihre Auflösung zum 31. März beschlossen.
Der Schritt geht zurück auf einen Parteitagsbeschluss der AfD. Dieser sieht vor, die bisher weitgehend eigenständige JA durch eine neue Organisation zu ersetzen, die enger an die AfD gebunden ist.
Die Partei soll damit größeren Durchgriff auf den Nachwuchs bekommen.
AfD-Nachwuchs vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet

Der JA-Bundesvorsitzende Hannes Gnauck hatte den Schritt auch mit dem drohenden Risiko eines Vereinsverbots begründet.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die JA als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung.
Auch der Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz so bewertet.
Es lägen umfassende Verstöße gegen das Prinzip der Menschenwürde vor - vor allem gebe es völkische, fremden- und islamfeindliche sowie geschichtsrevisionistische Positionen.
Der Verfassungsschutz wollte sich nicht näher dazu äußern, ob und wie ehemalige JA-Mitglieder nach der Auflösung weiter beobachtet werden könnten.
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa