Magdeburg - Am 23. Januar gab es einen Schock für viele Mieter im Magdeburger Stadtteil Reform: Ihre Mieten sollen um bis zu 18 Prozent erhöht werden.
Die Genossenschaft GWG Reform hat mit ihrem Schreiben für viel Aufruhr in dem südwestlichen Stadtteil gesorgt.
Ihre Kunden haben eine "freiwillige" Erhöhung von jeweils 2 bis 18 Prozent vorgeschlagen bekommen.
Bis zum 28. Februar können sie der Erhöhung zustimmen - ansonsten kann die Genossenschaft eine Mieterhöhung von bis zu 20 Prozent, der gesetzlichen Grenze, forcieren.
In Protest hatte sich Anfang des Monats die Initiativgruppe "Reformen in Reform" gebildet, welche die Genossenschaftler kontaktierte und sie nach ihren Meinungen fragte.
Bisher haben 304 Haushalte geantwortet, heißt es auf der Website.
Nur die wenigsten stimmen der Erhöhung zu, 17 Prozent lehnen sie grundsätzlich ab. 32 Prozent würden unter bestimmten Bedingungen zustimmen - beispielsweise eine längere Mietpreisbindung, damit nach vier Jahren nicht der nächste Hammer kommt.
"Den Genossenschaftlern wird, salopp gesprochen, das Messer auf die Brust gesetzt", heißt es in dem Informationsschreiben der Gruppe.
"Und das alles, ohne dafür die notwendigen Informationen als Entscheidungsgrundlage zu bekommen?"
Kontakt mit der Genossenschaft gestaltet sich schwierig
Ein Großteil der befragten Mieter habe Gesprächsbedarf mit der Genossenschaft. Das gestaltet sich jedoch schwierig: Seit ihrem ersten Kontaktversuch am 5. Februar bleiben Antworten aus.
Zwischenzeitlich sei der Vorstand krank gewesen, hieß es. Die Gruppe fordert eine mitgliederoffene Versammlung, die Rücknahme der Erhöhung oder zumindest eine Aussetzung der knappen Frist.
"Auf den Vertreterversammlungen der Genossenschaft werden regelmäßig Loblieder gesungen auf die perfekte Bilanz", heißt es in dem Schreiben der Gruppe weiter. "Gleichzeitig wurden zuletzt MODERATE Mieterhöhungen angekündigt."
Während die Fragen der Mieter unbeantwortet bleiben, äußerte sich die GWG Reform jedoch gegenüber der Volksstimme.
Neue Mieter würden bereits aktuelle Marktpreise zahlen, was in Reform 6 bis 8 Euro pro Quadratmeter seien. Andere, die schon länger in ihren Wohnungen leben, zahlen teilweise noch 2,57 Euro pro Quadratmeter.
Zudem sei die jeweils vorgeschlagene Erhöhung bereits von mehr als der Hälfte der Mitglieder angenommen worden, so die Genossenschaft.