Trotz Bitte um Böller-Verzicht in Magdeburg: Zahlreiche Einsätze in der Silvesternacht
Magdeburg - In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt kam es trotz des Appells zu einem Verzicht auf Raketen und Böller zu zahlreichen Rettungseinsätzen.
Oberbürgermeisterin Simone Borris (62, parteilos) hatte wenige Tage vor dem Jahreswechsel aufgerufen, auf Raketen und Böller zu verzichten. Grund dafür war der Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt.
"Es gibt in der Landeshauptstadt keinen Grund zum Feiern [...]", sagte sie. Damit sollte Rücksicht auf die Opfer und deren Angehörige genommen werden.
Allen Bitten zum Trotz wurde dennoch ordentlich geböllert, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erfahren hat.
Insgesamt 68 Einsätze habe es in der Silvesternacht in Magdeburg gegeben. Neben Behandlungen von verletzten Personen standen unter anderem 28 Müllcontainer sowie ein Auto in Brand.
Auch im Rest von Sachsen-Anhalt sah es nicht besser aus.
Angriffe auf Rettungskräfte und Feuerwehr
In mehreren Orten habe es laut Polizei Wohnungsbrände durch Feuerwerkskörper gegeben.
So seien in Dessau-Roßlau durch einen Querschläger zwei Balkone in Brand geraten. Weil dabei eine Tür zur Wohnung beschädigt wurde, sei Rauch und Löschwasser in das Haus gekommen. Geschätzter Schaden: 50.000 Euro.
In Halle (Saale) wurden, wie bereits ein Jahr zuvor, Feuerwehrautos mit Pyrotechnik beschossen. Auch in Bitterfeld-Wolfen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hatten Unbekannte einen Rettungswagen mit Feuerwerken angegriffen und beschädigt.
Einen positiven Trend verkündeten hingegen die Handspezialisten des Klinikums Bergmannstrost in Halle. Dort habe es "nur" fünf komplexe Handverletzungen gegeben. Im Jahr zuvor seien es noch 13 Böller-Notfälle gewesen.
Unter anderem habe diesmal ein Jugendlicher in der Saalestadt beim Zündeln schwere Verletzungen am Bein und im Gesicht erlitten.
Wie in jedem Jahr mussten auch viele Objekte für die neujährliche Zerstörungswut mancher Menschen herhalten. Im Fokus standen dabei Briefkästen sowie Park-, Zigaretten- und Bankautomaten.
Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa