Ex-Arbeitgeber von Magdeburg-Täter startet Aufarbeitung

Von Christopher Kissmann

Magdeburg - Das Gesundheitsunternehmen Salus will als ehemaliger Arbeitgeber des Magdeburg-Täters in dieser Woche den nächsten Schritt bei der Aufarbeitung der Vorgänge um Taleb A. (50) einleiten.

Taleb A. (50) war am 20. Dezember über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Dabei tötete er sechs Menschen und verletzte Hunderte. (Archivbild)
Taleb A. (50) war am 20. Dezember über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Dabei tötete er sechs Menschen und verletzte Hunderte. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa

Das Hinweisgeberportal, in dem Mitteilungen auch anonym platziert werden können, soll voraussichtlich Ende dieser Woche freigeschaltet werden, wie die Salus auf Anfrage mitteilte.

Es werde derzeit konfiguriert, sagte eine Salus-Sprecherin.

Die Salus ist eine gemeinnützige Betreibergesellschaft für sozialorientierte Einrichtungen des Landes Sachsen-Anhalt.

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Taleb A. war dort seit 2020 im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) als Arzt tätig. Sein Aufgabengebiet umfasste die psychiatrische Betreuung von Straftätern auf drei Stationen.

Kurz vor Weihnachten war der Mann aus Saudi-Arabien mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gerast, sechs Menschen verloren ihr Leben und rund 300 Personen wurden verletzt.

Ärztlicher Direktor nach Skandal freigestellt

Das Gesundheitsunternehmen Salus war der Arbeitgeber des Magdeburg-Täters.
Das Gesundheitsunternehmen Salus war der Arbeitgeber des Magdeburg-Täters.  © Rebsch/dpa

Nachdem im Februar bekannt geworden war, dass sich ein Kollege ein paar Monate vor dem Anschlag Sorgen um die gesundheitliche Verfassung von Taleb A. machte und diese Hinweise auch an Vorgesetzte weitergab, stellte die Salus den Ärztlichen Direktor frei.

"Die Maßnahme beinhaltet ausdrücklich keine Vorverurteilung", so das Unternehmen.

Mit verschiedenen Maßnahmen soll nun aufgearbeitet werden, welche Hinweise es auf eine problematische Verfassung des Mannes gab.

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Sämtliche dienstliche Sachverhalte und Kommunikationsabläufe bis zur fristlosen Kündigung am 23. Dezember 2024 werden untersucht.

"Die Sonderprüfung wird von der Maxime geleitet, dass Sorgfalt vor Schnelligkeit geht", sagte eine Salus-Sprecherin.

Damit werde sichergestellt, dass alle Aspekte gründlich untersucht und keine wichtigen Details übersehen würden. Einen Termin für einen Abschlussbericht könne man deshalb nicht nennen, hieß es. Eine Veröffentlichung von Zwischenständen sei nicht vorgesehen.

Titelfoto: Rebsch/dpa

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