Schock im Leipziger Zoo: Zweiter Gorilla innerhalb einer Woche gestorben
Leipzig - Es ist noch keine Woche her, als im Leipziger Zoo Gorilla Kio im zarten Alter von sieben Jahren gestorben ist. Jetzt muss der Tierpark den nächsten schweren Verlust im Pongoland hinnehmen.

Am Mittwoch ist der zweite Gorilla innerhalb einer Woche gestorben - auch das 21-jährige Weibchen Kibara ist aus einer Vollnarkose nicht mehr erwacht. Das teilte der Zoo am späten Nachmittag mit.
"Wir sind bestürzt und sehr traurig über den doppelten Verlust in der Gorilla-Gruppe. Mit solch einem Geschehen sind wir in den letzten 25 Jahren seit dem Bestehen von Pongoland noch nicht konfrontiert worden", hieß es in einer Erklärung des Zoo-Direktors Prof. Jörg Junhold (61).
Man wolle nun alles tun, um die genauen Todesursachen beider Menschenaffen herauszufinden und die übrige Gruppe zu schützen.
Genau wie Kio in der vergangenen Woche habe Kibara kurze Zeit später Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit und fehlenden Appetit gezeigt, weshalb sie sofort medizinisch behandelt wurde.
Die Therapie wegen einer Entzündung im Darmbereich habe jedoch nicht angeschlagen. Zur intensiveren Behandlung sei die Vollnarkose nötig gewesen, aus der die Gorilladame nicht mehr aufgewacht ist.
Kio und Kibara sind tot: Wie geht es mit der Gorillagruppe weiter?

Auch bei Kio vermutete man den Ursprung seiner Erkrankung im Verdauungstrakt, doch die pathologische Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, sodass man Kibara trotz ähnlicher Symptome noch nicht anders habe behandeln können.
Man sei im engen Austausch mit veterinärmedizinischen Spezialisten des Europäischen Zooverbandes EAZA und Experten aus anderen Zoos, so Tierarzt Dr. Andreas Bernhard.
"Die Gruppe ist aufgrund der Verluste niedergeschlagen und wirkt angespannt. Ob zudem auch medizinische Ursachen vorliegen, können wir noch nicht abschätzen", ergänzte er.
Die Sorge, dass es noch mehr Tiere aus der Gorilla-Gruppe treffen könnte, ist groß. Daher stehen sie unter strenger medizinischer Aufsicht, um Gesundheitszustand und Entwicklung aller genau beobachten zu können.
Die vier verbliebenen Gorillas werden in den kommenden Tagen auch nicht ständig für die Zoo-Besucher zu sehen sein, so Junhold. Sowohl sie als auch das Team brauchen Zeit, um den tragischen Verlust verarbeiten zu können.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB