Bronzefiguren nicht mehr grün, sondern weiß: Was ist auf dem Augustusplatz los?
Von Lutz Brose
Leipzig - Ungläubige Blicke am Augustusplatz in Leipzig: Die Bronzefiguren am Mendebrunnen vor dem Gewandhaus wurden augenscheinlich mit weißer Farbe angepinselt. Oder doch nicht?

Die Figuren des Brunnens, der von 1883 bis 1886 durch Hugo Licht nach den Entwürfen des Nürnberger Oberbaurates Adolf Gnauth erbaut wurde, erscheinen seitdem durch Reaktionen mit verschiedenen Inhaltsstoffen der Luft grünlich. Und jetzt das.
Aber keine Sorge, hier ist der Meister selbst am Werk. Die Stadt lässt den anhaftenden Schmutz und Taubenkot nun entfernen.
Anschließend wird in zwei Schichten ein mikrokristalliner, säurefreier Heißwachs aufgebracht. Damit die Figuren dann wieder seidenmatt glänzen, werden die Wachsschichten schließlich verdichtet und aufgerieben.
Die Arbeiten werden durch den Eigenbetrieb Stadtreinigung in Zusammenarbeit mit Leipziger Bronzebildgießerei Noack ausgeführt. Diese wird in der vierten Generation von Bert Noack geführt und konnte in über 100 Jahren mit Auftragsarbeiten hervorragender Künstler wie Carl Seffner, Max Klinger oder Wolfgang Mattheuer überzeugen.
So kennt jeder beispielsweise das von Firmengründer Traugott Noack erschaffene Bachdenkmal auf dem Thomaskirchhof oder das Goethedenkmal auf dem Naschmarkt.



Die derzeitigen Arbeiten werden wohl nicht ganz so spektakulär, sollen bis Anfang Mai abgeschlossen sein. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 20.000 Euro.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Brose