Der Vorhang fällt: Leipziger naTo schließt für Sanierung ihre Bühnen-Türen
Leipzig - Die naTo ist Kult. Als feste Größe auf der Leipziger Karli und in der Leipziger Kulturszene ist sie ein wichtiger Veranstaltungsort, ein Zentrum für Kunst, Begegnung und Austausch. So konnte sich bei der gut besuchten Pressekonferenz am Donnerstag auch nur eine einzige Person auf die Frage melden: Wer war noch nie hier? Damit nun noch mehr Menschen daran teilhaben können, sollen mehr Plätze im Saal, ein größerer Kneipenraum und Barrierefreiheit geschaffen werden.

Am Samstag fällt der vorerst letzte Vorhang im Veranstaltungssaal des soziokulturellen Zentrums an der Karl-Liebknecht-Straße - denn die Sanierung startet.
So werde in dem 70 Jahre alten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude unter anderem die Bühne ebenerdig und damit barrierefrei umgebaut und der Zuschauerraum von etwa 100 auf etwa 130 Plätze vergrößert. Auch die Kneipe solle mehr Raum bekommen.
Zudem stehe neben weiteren Arbeiten auch die Errichtung einer Gebäudeabschlusswand zum Schallschutz und ein beheizbarer Backstage-Raum im Hof auf dem Plan.
Doch eines bleibe gleich: Das Aussehen der naTo solle nicht verändern werden.
"Ich hoffe, wir sind bis Ende des Jahres fertig mit unseren Umbaumaßnahmen", sagte Geschäftsführerin Bettina Zeiler bei der Baustellen-Begehung am Donnerstag.


Kneipe soll so lange wie möglich geöffnet bleiben

Im Januar oder Februar solle der Veranstaltungsraum dann wieder offen sein. Die Kneipe hingegen werde so lange wie möglich geöffnet bleiben, müsse dann aber für wenige Wochen ebenfalls schließen.
Veranstaltungen der naTo sollen aber trotzdem stattfinden - nur eben an anderen Orten, so zum Beispiel im UT Connewitz.
Trotz aller Euphorie - nicht jede Idee sei umsetzbar. So werde beispielsweise das Dach vorerst nicht saniert. Die Erkenntnis, dass nicht alles so möglich sei, wie erhofft, sei schmerzhaft gewesen, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke.
"Für die Sanierung konnten Fördermittel in Höhe von 1.006.000 Euro aus Vermögen der Parteien und Massenorganisation der ehemaligen DDR (PMO-Vermögen) beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) akquiriert werden", teilte die Stadt als Eigentümerin und Vermieterin des Hauses mit. "Die Stadt Leipzig unterstützt die Baumaßnahme mit 50.000 Euro."
Übrigens: Der große Konzertflügel werde von Blüthner abgeholt - und komme erstmal in die Blüthner-Garage.
Titelfoto: Montage: EHL Media/Erik-Holm Langhof