Mitternachts-Razzia: 500 Polizisten holen den Geist aus der "Wunderlampe"
Leipzig - Es war eine der spektakulärsten Razzien in Sachsen: Auf der Leipziger Eisenbahnstraße haben 500 Polizisten und Steuerfahnder zur besten Partyzeit Samstagnacht eine Drogenhölle samt angrenzender Gebäude gestürmt. Die Aktion, bei der große Mengen Rauschgift sichergestellt wurden, dauerte bis Sonntagmittag an.

Die Shisha-Bar "Wunderlampe" steht schon seit Jahren im Visier sächsischer Drogenfahnder. Denn nicht nur kalter Rauch soll aus ihr entweichen, sondern auch die "Geister" Crystal, Heroin, Kokain und Marihuana. Am Wochenende nun holten die Ermittler zum großen Schlag aus und statteten den aus dem fernen Mesopotamien stammenden Betreiber-Aladins einen unvergesslichen Besuch ab.
Kurz vor Mitternacht zogen Hunderte Polizisten einen Ring um den gesamten Häuserkomplex und ließen niemanden mehr hinaus oder herein. Zeitgleich stürmten andere Einsatzkräfte in die Bar, in weitere Läden und Hinterhäuser. "Wir haben die Situation blitzartig eingefroren und dann nach und nach alles durchsucht", berichtet ein Beteiligter.
Mit Erfolg: Die Durchsuchung kam so überraschend, dass in einem der Räume drei Herren beim Verpacken diverser Drogen in flagranti erwischt wurden. Die Iraker (66, 51, 46) wurden festgenommen. Doch nur der Älteste, der einer der Paten der Eisenbahnstraße sein soll, wurde in Haft genommen. Für die beiden anderen beantragte die Staatsanwaltschaft zum Unverständnis der Drogenfahnder keinen Haftbefehl.
Dutzende Menschen in "Wunderlampe" und angrenzenden Objekten kontrolliert
Weitere rund 60 Menschen, die sich in der "Wunderlampe" und in angrenzenden Objekten aufhielten, wurden durchsucht und polizeilichen Identitätsfeststellungen unterzogen. In den Räumen seien Betäubungsmittel "in erheblicher Menge" sichergestellt worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Sonntag mit.
Darunter Marihuana, Crystal, Heroin, Kokain und verschreibungspflichtige Arzneimittel. Auch größere Mengen unversteuerter Zigaretten wurden gefunden. Zudem hohe Bargeld-Beträge, die mutmaßlich aus Drogengeschäften und illegalem Glücksspiel stammen.
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