Fluglärm am Airport Leipzig/Halle nimmt leicht ab - doch viele Anwohner spüren kaum Entlastung
Von Daniel Josling
Schkeuditz - Nach Einführung eines neuen Abflugverfahrens am Flughafen Leipzig/Halle haben sich die Fluglärmwerte rund um den Airport leicht verbessert.

Das teilte der sächsische Fluglärmschutzbeauftragte nach der Frühjahrssitzung der Fluglärmkommission (FLK) in Schkeuditz mit. Der Flughafen hatte ein sogenanntes Flachstartverfahren eingeführt, das vor allem bei bestimmten DHL-Frachtmaschinen angewandt wird. Messungen bestätigten nun, dass dieses Verfahren zu geringeren Lärmwerten am Boden führt.
Auch insgesamt zeigte sich im Jahresvergleich ein leichter Rückgang der Fluglärmbelastung. Laut Flughafen ist dies vor allem auf weniger Flugbewegungen im Frachtverkehr zurückzuführen, während die Passagierzahlen leicht stiegen. Die Beschwerdesituation habe sich jedoch nicht wesentlich verändert.
Zudem berichtete die Deutsche Flugsicherung (DFS), dass eine gewünschte Änderung des Abflugkorridors zwischen Krostitz und Delitzsch vorerst nicht umgesetzt wird. Der Landkreis Nordsachsen hatte diese Änderung beantragt, um die Fluglärmbelastung in diesem Gebiet zu reduzieren.
Ein alternatives Abflugverfahren würde jedoch deutlich mehr Einwohner belasten und zudem die CO2-Bilanz verschlechtern, hieß es.
Zunehmende Trainingsflüge sorgen für Beschwerden
Verstärkt Beschwerden gibt es demnach wegen zunehmender Trainingsflüge, bei denen Flugzeuge regelmäßig Platzrunden absolvieren.
Der Flughafen verwies darauf, dass solche Flüge notwendig seien und aufgrund gesetzlicher Betriebspflichten nicht eingeschränkt werden könnten.
Die FLK bat, das Thema künftig regelmäßig zu beobachten und darüber zu berichten.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa