Weiberfastnacht in Köln offiziell gestartet: Immer mehr Suff-Opfer auf den Straßen

Köln - Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen beginnt diesen Donnerstag der Straßenkarneval.

An Weiberfastnacht übernehmen symbolisch die Frauen das Regiment. (Archivbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

An Weiberfastnacht oder Altweiber - dem Donnerstag vor Rosenmontag - stürmen vielerorts Frauen die Rathäuser und übernehmen symbolisch das Regiment. Vor allem in Köln zieht der Karnevalsauftakt traditionell viele 10.000 Feiernde von auswärts an.

Nach den Anschlägen in München und an anderen Orten könnte dem einen oder anderen dabei aber auch etwas mulmig zumute sein. In sozialen Netzwerken haben Islamisten zu Anschlägen unter anderem im Kölner Karneval aufgerufen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) stuft dies jedoch als "Propagandaveröffentlichungen" ein und sieht derzeit keine konkrete Gefährdung.

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TAG24 behält für Euch die Narrenkappe auf: Alle aktuellen Entwicklungen rund um Weiberfastnacht am Rhein findet Ihr hier im Newsticker.

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12.49 Uhr: Stimmung an Hotspots noch immer friedlich - Andrang kleiner als in Vorjahren

Die Stimmung in der Kölner Innenstadt und an den Party-Hotspots ist weiterhin größtenteils friedlich. Auch die Polizei vermeldet bislang noch keine größeren Einsätze.

Das liegt wohl auch daran, dass insgesamt weniger los ist als noch in den Vorjahren. Auch nach den Mittagsstunden ist die Zülpicher Straße immer noch für Feiernde geöffnet - in den Vorjahren war hier bereits am frühen Morgen Einlassstopp.

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11.59 Uhr: Immer mehr "Alkoholleichen" auf den Straßen: Hier wird geholfen!

Während des gesamten Straßenkarnevals rechnet die Feuerwehr mit einem erhöhten Einsatzaufkommen. An Weiberfastnacht ist deshalb eine temporäre Rettungswache am Rautenstrauch-Joest-Museum in Betrieb.

In der Altstadt, am Kwartier Latäng und entlang des Rosenmontagszuges beobachten Feuerwehrleute die Situation, um bei Bedarf frühzeitig einzugreifen. Sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Hunderte Mitarbeitende von verschiedenen Hilfsorganisationen sind während der "tollen Tage" im Einsatz.

Sie besetzen am Donnerstag folgende Unfallhilfsstellen (UHS): Rathenauplatz, Roonstraße, Dasselstraße, Bachemer Straße, Zülpicher Wall, Luxemburger Straße, Hans-Weyer-Weg, Frankenwerft, Am Leystapel, Bechergasse und Heumarkt.

11.11 Uhr: Kölle Alaaf!

Seit 11.11 Uhr ist der Straßenkarneval in der Domstadt jetzt auch hochoffiziell eröffnet.

Am Tanzbrunnen läuft inzwischen auch die große Radio-Köln-Sause. Björn Heuser fungiert als Eisbrecher und heizt den Jecken gleich zu Beginn mächtig ein.

Pünktlich um 11.11 Uhr wurden am Alter Markt die Konfetti-Kanonen gezündet.  © Rolf Vennenbernd/dpa

10.56 Uhr: Cat Ballou mit besonderer Botschaft

Die Kölner Verkehrsbetriebe und die Kult-Band Cat Ballou haben für den heutigen Tag eine ganz besondere Aktion gestartet. Beide rufen zu einem friedlichen Miteinander auf.

Sänger Oliver Niesen ist in diesem Zusammenhang sogar mit Durchsagen in den Stadtbahnen zu hören. Motto: "Seid lieb zu einander!"

10.23 Uhr: Toiletten- und Müllkonzept

In den Hotspots wird die Stadt Köln rund 1000 mobile Toiletten/Urinale platzieren, davon rund 670 Toiletten im Kwartier Latäng. Darüber hinaus betreibt sie temporär Toilettencontainer des Festkomitees.

Die AWB werden an den Hotspots und entlang der Ausweichflächen 750 orangefarbene Eventtonnen mit 240 Litern Fassungsvermögen aufstellen – das sind fast doppelt so viele wie 2024.

Auf den Ausweichflächen weisen Banner auf die Entsorgungsstationen hin.

9.56 Uhr: Oberbürgermeisterin Reker und Kölner Dreigestirn mit starken Worten

Auch der offizielle Teil von Weiberfastnacht hat inzwischen begonnen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) empfängt in diesen Minuten die Blauen Funken und das Dreigestirn.

Angesichts von islamistischen Anschlagsdrohungen im Internet hat die 68-Jährige die Entschlossenheit der Karnevalisten herausgestellt. "Es wird niemandem gelingen, uns Kölnerinnen und Kölner einzuschüchtern", erklärte sie unter starkem Applaus im Historischen Rathaus.

Und weiter: "Wir lassen uns unser Lebensgefühl nicht von Terroristen oder Islamisten nehmen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir den Fastelovend haben."

Karnevalsprinz René Klöver sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe absolutes Vertrauen in das Sicherheitskonzept der Polizei. "Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten", betonte er. "Wir müssen weiterfeiern, ob das Straßenfeste sind, ob das der Karneval ist, ob das Weihnachtsmärkte sind. Das ist Teil unserer Freiheit, das ist Teil der Demokratie."

Das Kölner Dreigestirn 2025, Prinz René (2.v.r.), Bauer Michael (r.) und Jungfrau Marlis (l.), stehen mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker (2.v.l.) auf dem Alter Markt beim Karneval.  © Rolf Vennenbernd/dpa

9.27 Uhr: Jecken strömen in die Stadt - "Zülpi" schon gut besucht

Immer mehr fantasievoll verkleidete Karnevalstouristen zieht es in die Kölner Innenstadt. Das Wetter ist besser als erwartet, zeitweise schien sogar die Sonne.

Rund um die Zülpicher Straße füllt es sich jetzt immer mehr und immer schneller. An den Zugängen finden strenge Messerkontrollen statt.

Auch rund um den Hauptbahnhof wird es zunehmend voller. Die Polizei beobachtet das Treiben ganz genau. Noch ist die Lage aber ruhig.

Die Jecken wollen sich die Laune trotz der angespannten Sicherheitslage nicht vermiesen lassen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

9.10 Uhr: Einschränkungen bei Stadtbahnen der KVB

Karnevalisten sollten zur Anreise Busse und Bahnen nutzen. Aber auch hier gibt es Einschränkungen: Bereits seit circa 7 Uhr ist die Haltestelle Rathaus der Linie 5 aufgrund des Sicherheitskonzeptes der Stadt gesperrt.

Je nach Besucheraufkommen werden die Kölner Verkehrsbetriebe mit ihren Stadtbahnen (Linie 1, 7 und 9) im Laufe des Tages die Haltestelle Heumarkt nicht mehr anfahren.

Wer in die Altstadt will, kann auf die Haltestellen Dom/Hauptbahnhof, Neumarkt oder Bahnhof Deutz/Messe ausweichen.

8.14 Uhr: Kunterbuntes Bühnenprogramm auf dem Alter Markt

Das Motto der fünften Jahreszeit lautet in Köln diesmal: "FasteLOVEnd – Wenn Dräum widder blöhe". In Zeiten von Kriegen und Krisen sehnen sich viele nach Unbeschwertheit.

Auf dem Alter Markt steigt um 9.30 Uhr die offizielle Eröffnung des Straßenkarnevals. Auf der Bühne stehen dann bis 13 Uhr Bands, Tanzgruppen und natürlich das Dreigestirn. Das Programm wird auch auf einer Videowand auf dem Heumarkt gezeigt.

In verschiedenen Kneipen steigen über das Stadtgebiet verteilt wieder diverse Partys. Weil in den vergangenen Jahren vor allem die Zülpicher Straße meist recht schnell überfüllt war, hat die Stadt diesmal auch die Uniwiese für alle Jecken geöffnet.

Eine Gruppe von Karnevalisten aus den Niederlanden posiert vor dem Dom für ein Foto.  © Henning Kaiser/dpa

7.43 Uhr: Gesperrte Straße und Glasverbotszonen

In der Altstadt werden zwischen 6 und 8 Uhr Straßen rund um das Veranstaltungsgelände (Alter Markt, Heumarkt) für den Auto-Verkehr gesperrt. Ab 8 Uhr ist zudem auch die Deutzer Brücke in Fahrtrichtung Innenstadt gesperrt.

Vom 27. Februar bis 4. März 2025 gilt auf der Zülpicher Straße und in einigen angrenzenden Bereichen ein Halteverbot. Seit Donnerstagmorgen ist die Partymeile zwischen Universitätsstraße und Hohenstaufenring ohne für den Straßenverkehr gesperrt. Selbiges gilt für die Roonstraße und den Hohenstaufenring zwischen der Lindenstraße und dem Barbarossaplatz.

Das Mitbringen und der Verkauf von Glasflaschen und Gläsern ist während des Straßenkarnevals aus Sicherheitsgründen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und im Severinsviertel verboten. Wer Glas in die Sperrzone schmuggelt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 60 Euro.

Um Verletzungen von Menschen und Tieren zu vermeiden und die Umwelt zu schonen, wurde das Glasverbot zudem auf den Inneren Grüngürtel zwischen Luxemburger und Aachener Straße ausgeweitet. Die AWB stellen zusätzliche Glascontainer auf, damit Flaschen vorschriftsmäßig entsorgt werden können.

Eine Übersichtskarte der Stadt Köln zeigt die abgesperrten Bereiche.  © Stadt Köln

7.19 Uhr: Weiberfastnacht - Als selbst die Nonnen tanzten

Was heute mitunter ein wenig bemüht wirkt, muss früher etwas sehr Befreiendes, geradezu Revolutionäres gehabt haben. Der "Wieverfastelovend", wie es auf Kölsch heißt, wurzelt in seinem Ursprung im Mittelalter.

Besonders in Nonnenklöstern ging es damals hoch her. Bei Tage wurde "getanzt und gesprungen", und des Nachts, wenn die Äbtissin schlafen gegangen war, Karten gespielt, wie es ein damaliger Chronist vermerkte.

Auch die fest zementierten Geschlechterrollen früherer Tage gerieten ins Wanken: Ehefrauen verweigerten ihren Männern in der "verkehrten Welt" des Karnevals für kurze Zeit den Gehorsam.

Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, ist dagegen noch nicht so alt: Er kam erst nach 1945 auf. In letzter Zeit ist er auf dem Rückzug - wohl auch, weil weniger Krawatten getragen werden.

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