Weiberfastnacht in Köln: Mehrere Frauen auf mobilen Toiletten vergewaltigt und bedrängt
Köln - Die Kölner Polizei hat eine erste Bilanz zum Karnevalsstart am Donnerstag gezogen. Das eigentlich ruhige Lagebild wird allerdings von insgesamt zehn Sexualdelikten - darunter auch zwei mutmaßliche Vergewaltigungen und eine sexuelle Nötigung - überschattet.

Der erste Fall ereignete sich laut Polizei nahe den Uniwiesen: Hier soll ein noch Unbekannter laut Einsatzbericht gegen 14.30 Uhr eine junge Frau (19) in einer mobilen Toilette vergewaltigt haben.
Der Täter war laut Zeugenangaben etwa 1,85 Meter groß, hatte blondes Haar und blaue Augen sowie auffällige Wangenknochen. Er trug ein Sträflingskostüm, so die Beamten. Die Ermittler fahnden nach dem beschriebenen Mann und bitten telefonisch unter 0221/2290 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de um Hinweise.
Gegen 18 Uhr soll es dann im Zülpicher Viertel in Höhe der dortigen Kirche - ebenfalls auf einer mobilen Toilette - zur Vergewaltigung einer 18-Jährigen gekommen sein. Der gleichaltrige Tatverdächtige soll die Heranwachsende zuvor auf der Straße kennengelernt, in die Toilette gedrängt und sich dort an ihr vergangen haben.
Die Frau hatte sich anschließend in einer Kneipe gemeldet und die Tat angezeigt. Der mutmaßliche Täter konnte noch am Donnerstagabend identifiziert, festgenommen und zwecks Spurensicherung ins Präsidium gebracht werden.
Security-Mitarbeiter sollen junge Frau in mobiler Toilette bedrängt haben

Darüber hinaus berichtete ein Polizeisprecher am Nachmittag von einem weiteren Sexualdelikt, zu dem es am frühen Donnerstagabend um 17.10 Uhr gekommen war. Tatort war auch diesmal eine mobile Toilette.
Eine junge Frau soll demnach von zwei mutmaßlichen Security-Mitarbeitern sexuell bedrängt worden sein. "Nacheinander sollen sich die Männer zu ihr in die Kabine gedrängt und sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben", schilderte ein Polizeisprecher. Das Duo soll sein Opfer dabei auch angefasst und an sich gedrückt haben.
Der jungen Frau gelang glücklicherweise die Flucht, ehe sie den Vorfall der Polizei meldete, die einen der beiden Tatverdächtigen (20) nach einem Zeugenhinweis noch in Tatortnähe stellte. Die Beamten nahmen seine Personalien auf und leiteten Ermittlungen ein. Auch in diesem Fall bittet die Polizei um Zeugenhinweise.
Des Weiteren waren bei den Kölner Beamten bis zum Freitagnachmittag (Stand 15.52 Uhr) sieben Anzeigen über sexuelle Belästigungen eingegangen. Auch hier leiteten die Ordnungshüter Ermittlungen ein.
Heimlich Fotos von Frauen gemacht: Polizei erteilt Rentner Platzverweis

Darüber hinaus hatten die Beamten einem 76-Jährigen einen Platzverweis erteilt, nachdem dieser gegen 11.15 Uhr mehrere Fotos von Frauenhintern geschossen haben soll. Seine Kamera wurde daraufhin sichergestellt.
Auch wurde an Weiberfastnacht in 25 Fällen von Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizei weiter mit. 14 Personen seien dabei in Gewahrsam genommen worden. Zudem wurden mehrere Messer sichergestellt.
Dennoch hätten die Einsatzkräfte in der Domstadt einen vergleichsweise ruhigen Tag erlebt, wie es abschließend hieß. Grund dafür seien unter anderem weniger Feiernde in der Innenstadt gewesen.
Erstmeldung: 28. Februar, 7.30 Uhr; aktualisiert: 28. Februar, 15.51 Uhr
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa