Perfider Brandanschlag in Kölner Innenstadt: Polizei ermittelt Tatverdächtigen

Von Christoph Driessen

Köln - Ein halbes Jahr nach einem Brandanschlag auf ein Modegeschäft in der Kölner Innenstadt ist in den Niederlanden ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger ermittelt worden.

In der Kölner Innenstadt hatte es im vergangenen Jahr einen Brandanschlag gegeben. Jetzt scheint man einen Tatverdächtigen zu haben.
In der Kölner Innenstadt hatte es im vergangenen Jahr einen Brandanschlag gegeben. Jetzt scheint man einen Tatverdächtigen zu haben.  © Henning Kaiser/dpa

Bei Durchsuchungen sei am Donnerstag die mutmaßliche Tatkleidung sichergestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mit.

Der mutmaßliche Täter sitze bereits wegen einer anderen Sache in einer niederländischen Justizvollzugsanstalt. Ein Auslieferungsverfahren werde geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Deutschen Presse-Agentur.

Der Heranwachsende soll am 18. September vergangenen Jahres frühmorgens die Schaufenster eines Modegeschäfts eingeschlagen und dann einen Brandsatz gezündet haben. Es entstand erheblicher Sachschaden.

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"Es wird dem Verdacht nachgegangen, dass diese Tat im Zusammenhang mit der Durchsetzung bislang nicht näher bestimmbarer Geldforderungen stehen könnte, die sich allerdings nicht gegen den Inhaber des Geschäfts, sondern gegen Personen aus dem Umfeld richtet", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die Polizei hatte den Verdächtigen mit Bildern einer Überwachungskamera aus dem Kölner Hauptbahnhof gesucht. Der Gesuchte war nach der Tat zum Hauptbahnhof geflüchtet und war dort in die S-Bahn nach Düsseldorf gestiegen.

Auch Beschuldigte aus Kölner Geiselnahme wurden ausgeliefert

Auch ein Polizeihund kam in dem demolierten Geschäft in der Kölner Innenstadt zum Einsatz.
Auch ein Polizeihund kam in dem demolierten Geschäft in der Kölner Innenstadt zum Einsatz.  © Henning Kaiser/dpa

Drei niederländische Beschuldigte, die an einer brutalen Geiselnahme in Köln-Rodenkirchen im vergangenen Sommer beteiligt gewesen sein sollen, sind bereits zuvor von den Niederlanden ausgeliefert worden. Der letzte von ihnen sei am Donnerstag überstellt worden, teilte Bremer mit.

In dem Verfahrenskomplex "EG Sattla", in dem es um Auseinandersetzungen im Milieu der organisierten Drogenkriminalität geht, ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile gegen 40 Beschuldigte. Gegen 26 davon sind Haftbefehle erlassen und verkündet worden.

Zudem hat die Staatsanwaltschaft drei Anklagen gegen sieben Beschuldigte erhoben. Die Hauptverhandlungen sollen noch in diesem Monat beginnen. Mindestens sechs weitere Anklagen - unter anderem zum Tatkomplex der Geiselnahme in Rodenkirchen - sind in Vorbereitung.

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"Der Arbeitsaufwand ist weiterhin sehr hoch, zumal sich aus den Ermittlungen regelmäßig weitere Ermittlungsansätze ergeben", sagte Oberstaatsanwalt Bremer.

Erstmeldung: 04. April, 13.21 Uhr; aktualisiert: 04. April, 14.31 Uhr

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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