Versuchter Polizisten-Mord durch E-Scooter-Wurf? 19-Jähriger gefasst
Frankfurt am Main - Ein rund 30 Kilogramm schwerer E-Scooter wurde zum Wurfgeschoss und traf ein Polizeiauto an der Windschutzscheibe: Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main werten den Angriff als versuchten Mord, ein Tatverdächtiger wurde gefasst.

Am heutigen Donnerstag sei ein 19 Jahre alter Mann mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit festgenommen worden. Gegen ihn liege ein Haftbefehl wegen des Verdachts des gemeinschaftlich begangenen versuchten Mordes vor, der zugleich vollstreckt wurde, wie ein Sprecher erklärte.
Der Beschuldigte soll am Silvestertag 2024 gegen 23.30 Uhr in einer Gruppe junger Menschen unterwegs gewesen sein. Aus dieser Gruppe heraus wurde von einer Fußgängerbrücke beim Nordwestzentrum im Stadtteil Heddernheim ein E-Scooter auf einen unter der Brücke auf dem Erich-Ollenhauer-Ring fahrenden Polizeiwagen geworfen.
Das 30-Kilo-Geschoss traf das Auto an der Windschutzscheibe und am Dach. Die Polizeibeamten im Inneren des Wagens wurden verletzt.
Das Auto wurde schwer beschädigt.
Fahndung mit Foto nach zweitem Täter bleibt bestehen

Die Täter hätten den "Tod der Insassen billigend in Kauf genommen", hieß es weiter. Daher der Vorwurf des versuchten Mordes. Neben dem E-Scooter wurden auch ein Fahrrad, weitere Gegenstände sowie Silvester-Böller von der Brücke aus gegen das Polizeiauto geschleudert.
Am heutigen Donnerstagvormittag kam es zudem zu drei Hausdurchsuchungen, die dem Auffinden von Beweisen zu diesem Fall dienten.
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Frankfurt wiesen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem verhafteten 19-Jährigen nicht um den jungen Mann handele, nach dem seit dem 27. Januar mit einem Fahndungsfoto gesucht wird.
Nach diesem Täter wird also weiter gefahndet. Auch gegen ihn steht der Verdacht des gemeinschaftlich begangenen versuchten Mordes im Raum. Eine Belohnung von 3000 Euro wurde für Hinweise, die zur Ergreifung des Gesuchten führen, ausgesetzt.
Titelfoto: Montage: Federico Gambarini/dpa, Andreas Arnold/dpa