Tödlicher Einsatz: Messer-Mann (†26) von Polizei erschossen
Schönebeck - Am Freitagmorgen wurde in Schönebeck (Salzlandkreis) ein Mann von der Polizei erschossen.

Wie die Polizeiinspektion Magdeburg berichtete, sind zuvor zwei Männer aneinandergeraten.
Ein Afghane (†26) habe einen gleichaltrigen Deutschen in einem Mehrfamilienhaus bedroht. Das Motiv sei noch unklar.
Hinzugerufene Einsatzkräfte der Polizei wollten die gefährliche Situation beenden und wurden ebenfalls zur Zielscheibe.
Der Angreifer zückte daraufhin ein Messer, weshalb ein Sondereinsatzkommando zur Unterstützung hinzugerufen wurde. Im weiteren Verlauf wurde durch die Polizisten auf ihn geschossen.
Der Afghane ist dadurch außer Gefecht gesetzt worden und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Wenig später verstarb er. Weitere Details zu dem Vorfall sind bisher noch nicht bekannt.
Die Polizei hat weitere Ermittlungen aufgenommen.

Afghane stellte Asylantrag
Laut dem Innenministerium kam der Mann im November 2022 nach Deutschland. "Der Tatverdächtige ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand über die illegale Einreise hinaus polizeilich nicht in Erscheinung getreten", so eine Ministeriumssprecherin.
Zunächst wurde er in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt einquartiert. Im Februar 2023 stellte er einen Asylantrag und wurde im Salzlandkreis untergebracht.
Ein Jahr später, im Februar 2024, wurde sein Antrag abgelehnt und gleichzeitig ein Abschiebungsverbot nach Afghanistan festgestellt.
Am 22. Februar dieses Jahres lief seine Aufenthaltsgenehmigung aus. Nach einem Antrag auf Verlängerung wurde ihm bis zum 30. Juni eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis bis zur Entscheidung seines Antrags ausgestellt.
Polizei schießt selten auf Personen

Dass Polizisten in Sachsen-Anhalt auf Personen schießen, passiere äußerst selten, hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erfahren.
Im vergangenen Jahr wurde 13 Mal zur Schusswaffe gegriffen, bestätigte das Innenministerium.
In elf Fällen sei durch den Beamten eine sogenannte "entschlossene Schießstellung" eingenommen worden, weil ihr Gegenüber ein Messer, Äxte, Armbrüste oder ebenfalls Schusswaffen dabei hatte. Zu einem Abfeuern der Waffe sei es aber nicht gekommen.
Nur im Juni 2024 sorgten drei Schüsse von Polizisten auf einen Mann in Wolmirstedt für Schlagzeilen. Zuvor hatte dieser mit einem Messer mehrere Personen angegriffen und eine davon tödlich verletzt.
Wenn Polizisten einen Schuss abgeben, dann in aller Regel zum Töten gefährlicher, kranker oder verletzter Tiere. Zum Beispiel bei Rehen, die bei einem Zusammenstoß mit einem Auto verletzt wurden. Im Jahr 2024 war das 512 Mal der Fall.
Erstmeldung von 11 Uhr, zuletzt aktualisiert um 16.42 Uhr.
Titelfoto: Thomas Schulz/dpa