Alarm in Asylunterkunft: Mann droht, sich und seine Familie lebendig zu verbrennen

Würzburg/Marktheidenfeld - Ein 44-jähriger Mann vergoss Benzin in der Wohnung seiner Familie und drohte damit, sich, seine Ehefrau und seine beiden Kinder lebendig zu verbrennen, doch die Frau und eine 16-Jährige griffen ein.

Am späten Mittwochabend rückte die unterfränkische Polizei zu einer Asylunterkunft in Marktheidenfeld aus: Es ging um versuchten Mord und versuchte schwere Brandstiftung. (Symbolbild)  © Montage: Bernd Thissen/dpa, Jonas Walzberg/dpa

Der bedrohliche Vorfall ereignete sich bereits am Mittwochabend in der Asylunterkunft in der Straße "Am Setzgraben" im unterfränkischen Marktheidenfeld westlich von Würzburg, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Demnach klopfte der 44-Jährige gegen 22.40 Uhr an die Wohnungstür seiner Familie. "Als die Tochter die Tür öffnete, stürmte er sofort in die Wohnung, verschütte Benzin und drohte damit, die Wohnung anzuzünden", ergänzte ein Sprecher.

Zum Glück waren die Ehefrau und die 16-jährige Tochter des Mannes beherzt genug, um gegen den Wüterich vorzugehen.

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Der Frau gelang es, dem 44-Jährigen die glühende Zigarette, mit welcher er das verschüttete Benzin entzünden wollte, aus der Hand zu schlagen. Danach schob die 16-Jährige ihren Vater wieder vor die Wohnungstür.

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Der 44-jährige Verdächtige wurde festgenommen und zunächst in eine psychiatrische Klinik gebracht, einen Tag später wurde er in Untersuchungshaft genommen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Kurz darauf wurde der Mann von alarmierten Polizisten festgenommen. Eine Blutentnahme wurde angeordnet, bei welcher der 44-Jährigen erheblichen Widerstand leistete, laut Polizei musste er gefesselt werden.

"Mehrere Schläge in Richtung Kopf der eingesetzten Polizeibeamten verfehlten zum Glück ihr Ziel", hieß es weiter.

Da sich der Verdächtige offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde er im Anschluss zunächst in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

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Am Donnerstag wurde der 44-Jährige dann auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Verdächtigen erließ. Er wurde in ein Gefängnis eingeliefert.

Gegen den Mann steht der Verdacht des versuchten Mordes und der versuchten schweren Brandstiftung im Raum. Die Kriminalpolizei Würzburg hat den Fall aus Marktheidenfeld übernommen, die Ermittlungen dauern an.

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über versuchte Suizide. Da sich der Vorfall aber im Zusammenhang mit einer angedrohten Gewalttat ereignete, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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