Missbrauch und Vergewaltigung im großen Stil: Jetzt wurde einem Arzt das Handwerk gelegt!
Frosta (Norwegen) - Er hielt sich wohl für unfehlbar! Ein Arzt aus Norwegen soll über Jahre hinweg dutzende Patienten sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Was nun ans Licht kommt, ist an Skrupellosigkeit und krimineller Energie kaum zu übertreffen.
Wenn Menschen einen Arzt aufsuchen, wünschen sie sich Geborgenheit und absolute Diskretion.
Wie die Bild berichtet, ist der wohl größte Patienten-Alptraum nun in der beschaulichen 2600-Einwohnergemeinde Frosta in Norwegen zur Realität geworden. Dort nämlich soll sich ein Mediziner an zahlreichen männlichen und weiblichen Personen sexuell vergangen haben.
Bei dem mutmaßlichen Sexualstraftäter handelt es sich um Dr. Arne B. (53), einem anerkannten Land- und Amtsarzt. Dieser soll seine Taten im Zeitraum zwischen 2016 und 2021 begangen haben. Dabei könnten die bisherigen Ermittlungen erst die Spitze des Eisbergs gewesen sein.
Zum jetzigen Zeitpunkt sei bekannt, dass B. mindestens 89 seiner Patienten missbraucht habe, in 34 Fällen sei von Vergewaltigung die Rede.
Trotz zahlreicher Indizien schaltete sich die Polizei erst im August 2022 nach einem Hinweis des Gesundheitsamtes ein. Die Zahl der Geschädigten sei zudem nach Bekanntwerden des Falls sprunghaft angestiegen.
Erste Beschwerden gingen schon 2016 ein
Eine Durchsuchung der Praxis- und Wohnräume des einstigen Vorzeige-Mediziners brachten den Stein schließlich ins Rollen.
Dabei kam den Beamten vor allem eine Sache gelegen: Der Täter soll sich bei allen seiner Taten selbst gefilmt und die Videos sogar nach Datum archiviert und sortiert haben.
Die Durchsuchungen brachten schließen unglaubliche 6000 Stunden Video-Material zu Tage, die sich über fünf Jahre angesammelt hatten. Dabei konstatierten die Ermittler ebenso, dass der Arzt mit Vorliebe gynäkologische Untersuchungen durchführte, obwohl diese gar nicht notwendig gewesen wären.
Hinzu kämen weitere skrupellose Übergriffe, die allesamt auf den Intimbereich seiner arglosen Patienten abzielten. Außerdem mussten sich viele Patienten oft völlig nackt ausziehen, obwohl es dafür gar keinen Grund gegeben hatte.
B. wurde noch im Herbst 2021 mit einem Preis ausgezeichnet, weil er außerordentliche Verdienste im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie vorzuweisen hatte.
Wann sich der Arzt vor Gericht verantworten muss, steht noch nicht fest. Seine Zulassung als Mediziner hat er bereits verloren.
Titelfoto: Uli Deck/dpa