Betrunkener Vater tötet eigenen Sohn mit Axt: Das Urteil ist gefallen
Von Dörthe Hein
Dessau-Roßlau - Das Urteil ist gefallen: Das Landgericht in Dessau-Roßlau schickt einen Mann wegen Totschlags an seinem eigenen Sohn (†33) elf Jahre lang hinter Gitter.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 62-Jährige im Juli 2024 nach einem Streit in Roßlau seinen Sohn mit einer Axt erschlagen hat.
Nach Überzeugung der Kammer hatte der Mann aus Kasachstan mit der Waffe mindestens sechsmal mit Wucht auf den Schädel des 33 Jahren alten Opfers eingeschlagen. Im Anschluss rammte er seinem Sohn ein Messer tief in den Hals. Dabei brach die Klinge ab.
Bei der Tat waren Vater und Sohn betrunken, Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit liegen laut Gericht und nach Einschätzungen von Gutachtern jedoch nicht vor.
Der Angeklagte hatte im Prozess angegeben, zuvor von seinem Sohn attackiert worden zu sein und in Notwehr gehandelt zu haben. Diese Aussage sei eine reine Schutzbehauptung, sagte die Vorsitzende Richterin Uda Schmidt.
Der Mann habe über Jahre seine Familie terrorisiert, Frau und Kinder beleidigt, erniedrigt und mit dem Tode bedroht. Zudem leide er unter Eifersuchts-Wahn.
Familienmitglieder forderten teils höhere Gefängnisstrafen

Der bislang nicht vorbestrafte Mann hatte sich einen Tag nach der Tat selbst bei der Polizei gestellt. Das und sein Teilgeständnis wertete die Kammer bei der Strafzumessung zugunsten des 62-Jährigen, ebenso, dass es sich um eine spontane Tat nach Alkoholkonsum gehandelt habe.
Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Totschlags zehn Jahre Haft gefordert, die Verteidigung wegen eines minderschweren Falls fünfeinhalb Jahre Haft sowie die Unterbringung des 62-Jährigen in einer Entziehungsanstalt.
Die Ehefrau und die Kinder des Angeklagten traten als Nebenkläger auf. Sie hatten sich weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft angeschlossen, teils jedoch höhere Gefängnisstrafen gefordert.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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