Machetenangriff auf Polizei: So aggressiv verhielt sich der Angeklagte

Von Mona Wenisch

Koblenz/Linz - Im Prozess um einen Machetenangriff auf eine Polizeiwache in Linz hat sich das Landgericht Koblenz zum Auftakt mit mutmaßlich islamistisch motivierten Botschaften des Angeklagten beschäftigt.

Der 29-jährige Angeklagte (r.) und einer seiner Anwälte: In Koblenz hat der Prozess nach dem Angriff mit einer Machte auf die Polizeiwache in Linz begonnen.
Der 29-jährige Angeklagte (r.) und einer seiner Anwälte: In Koblenz hat der Prozess nach dem Angriff mit einer Machte auf die Polizeiwache in Linz begonnen.  © Thomas Frey/dpa

Ein Beamter des Landeskriminalamtes berichtete als Zeuge von einem Zettel, den der Angeklagte während der Tat an die Scheibe gehalten haben soll. Darauf habe unter anderem "ISIS" und "Koran" gestanden.

Der Angeklagte mit albanischer Staatsbürgerschaft soll im September 2024 mit einer Machete in eine Polizeiwache in Linz im Landkreis Neuwied gegangen sein. Die Klinge der Machete sei 47,3 Zentimeter lang gewesen.

Ein Beamter verriegelte demnach die Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich, sodass der Mann darin festsaß.

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Er habe geplant, "gleich nach dem Betreten der Dienststelle" mit der Tötung zu beginnen, sagte die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft bei der Anklageverlesung. Der 29-Jährige soll demnach versucht haben, aus niedrigen Beweggründen zu töten.

Über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden habe er mit gestrecktem Bein und mit der Machete auf die Tür eingewirkt.

Der 29-Jährige soll "Ich töte euch" und "Allahu Akbar" gerufen haben

So sah die Sicherheitsschleuse aus, nachdem der Angeklagte darin gewütet hatte.
So sah die Sicherheitsschleuse aus, nachdem der Angeklagte darin gewütet hatte.  © Thomas Frey/dpa

Dabei habe er laut Zeugen wörtlich gesagt: "Ich töte euch. Allahu Akbar, Allahu Akbar. Ich gehe gleich zu Gott." "Allahu Akbar" steht für "Gott ist groß".

Er habe zudem gesagt, er sei hier, um Polizeibeamte zu töten und werde nicht aufhören, bis er selbst tot sei, hieß es in der Anklage.

Die Polizei vertrete eine Gesellschaftsordnung und Politik, die nicht seinen Weltvorstellungen entspreche. Der Angeklagte soll mit der Ideologie des sogenannten Islamischen Staates sympathisiert haben.

Titelfoto: Bild-Montage: Thomas Frey/dpa, Thomas Frey/dpa

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