Neun Morde und 34 Mordversuche: Pfleger fühlte sich von seinen Patienten genervt
Von Petra Albers
Aachen - Ein Krankenpfleger soll in Würselen bei Aachen reihenweise Patienten mit tödlichen Injektionen ermordet haben.

Der 44-Jährige habe sich zum "Herrn über Leben und Tod" aufgeschwungen, sagte Staatsanwalt Marius Saalmann zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Aachen.
Sein Motiv sei gewesen, dass er seine Dienste auf der Palliativ-Station eines Krankenhauses mit möglichst "wenig Arbeitsaufwand" habe verbringen wollen.
Von den todkranken Patientinnen und Patienten habe er sich "genervt und gestört" gefühlt. Dabei habe den Deutschen ein "Selbstbild der Überlegenheit" aufgrund seiner langen Erfahrung als Kranken- und Palliativ-Pfleger geleitet.
Dies habe er nicht nur gegenüber anderen Pflegekräften zum Ausdruck gebracht, sondern auch gegenüber den Ärzten. An ärztliche Anordnungen habe er sich teilweise nicht gehalten.
Der Mann ist wegen neunfachen Mordes und 34-fachen Mordversuchs angeklagt. Alle Taten soll er innerhalb weniger Monate in einer Klinik in Würselen begangen haben, zwischen Ende Dezember 2023 und Mai 2024.
Laut Anklage soll er Patienten auf der Palliativ-Station stark sedierende Medikamente injiziert haben, teils in Kombination mit Schmerzmitteln und in einigen Fällen mehrfach. Das habe in neun Fällen zum Tod der Patienten geführt, so die Anklage.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa