Traum von Luxus bringt Futter-Verkäufer in Dresden vor Gericht

Dresden - Corona-Hilfsgelder, die ihm nicht zustanden, Hotelrechnungen, die er prellte. Ein Haus, das er nie zahlte - die Liste der Betrugs-Vorwürfe aus der Anklage gegen Dirk W. (49) ist lang.

Dirk W. (49) hoffte angeblich auf einen Millionen-Geld-Segen aus Spanien. Nun hockt er wegen Betrugs vorm Amtsrichter in Dresden.  © Peter Schulze

Der gebürtige Düsseldorfer soll einen Schaden von fast 200.000 Euro angerichtet haben. Im Prozess am Amtsgericht Dresden hatte er aber allerlei Erklärungen. Unter anderem den Vulkanausbruch von La Palma!

Seit Oktober 2019, so die Anklage, soll Dirk an allen Ecken und Enden gelogen und betrogen haben. So schwatzte er einer Freundin 16.000 Euro für Geldanlagen ab, ohne es zu investieren.

Er sackte 168.000 Euro Corona-Hilfe für "Kleinunternehmer" ein. Dabei jobbte er als Verkäufer für Tierfutter, wahlweise als Kellner. Dirk nächtigte in Dresdner Hotels, mietete eine Wohnung, ohne je zu zahlen.

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Er kaufte in Naußlitz ein Haus für 765.000 Euro, ohne dass der Notar je Kohle sah. Und er bestellte einen Jaguar für schlappe 117.000 Euro, wo bei er sich im Autohaus als "Privatier" vorstellte...

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Angeklagter will spanischen Politiker einfliegen lassen

Der Tajogaite-Vulkan spuckte von September bis 13. Dezember 2021 Asche und Lava, richtete zum Teil verheerende Zerstörungen an.  © IMAGO/Agencia EFE

"Im Hauptberuf war ich ja Finanzberater", so Dirk zum Richter. Verkäufer sei er nur "nebenbei" gewesen. Irgendwann verlegte sich der umtriebige Mann aufs Baugewerbe und will einen Großauftrag ergattert haben. Auf La Palma!

Denn dort war nach dem Ausbruch des Tajogaite-Vulkans jede Menge Asche zu beräumen. Angeblich sollte seine Firma das übernehmen. Ein Auftrag für mehrere Millionen!

Das könne angeblich der Bürgermeister einer spanischen Gemeinde bezeugen, so Dirk, der den Politiker in den Zeugenstand nach Dresden einfliegen lassen will.

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Gut zwei Millionen sollten Anfang 2024 Dirk überwiesen werden. Aber das Geld kam nicht. Angeblich wegen einer fehlenden Steuernummer. Urteil folgt.

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