Zoff in der Fladenbrotbäckerei: Heißer Prozess um gebrochene Nase
Dresden - Es ging um fünf Grad Temperaturunterschied. Am Ende floss Blut. Der Zoff in einer Fladenbrotbäckerei um die richtige Temperatur für Hefeteig hat nun ein juristisches Nachspiel. Dem Amtsrichter in Dresden geht es aber nicht ums richtige Rezept, sondern um die Frage, wer Naser H. (30) die Nase brach.
Auf der Anklagebank hockten dessen ehemalige Kollegen Maruf K. (33) und Momin K. (24). Im Streit sollen sie Naser herumgeschubst haben, um ihm eine Lektion zu erteilen. Maruf brach ihm laut Anklage per Faustschlag noch die Nase.
Hefeteig muss vor dem Backen wohltemperiert ruhen. "Irgendwas stimmte nicht", so Bäcker Naser. "Das Brot war nicht so gut. Ich besprach das mit dem Chef."
Der entschied, die Temperatur im "Ruheraum" runterzuregeln. Von 37 auf 32 Grad. "Doch das war auch nicht gut. Ich ging wieder zur Geschäftsleitung", so der Bäcker, der den Auftrag bekam, die Temperatur wieder zu erhöhen.
Doch als Naser am Regler drehte, bekam er Ärger mit Maruf. "Er sagte, ich darf das nicht. Der Chef schimpft sonst. Als ich es erklärte, schubste er mich."
Kollegen seien dazwischengegangen. "Und plötzlich schlug Maruf mir die Faust ins Gesicht", so Naser. Blut spritzte, Notarzt und Polizei kamen. Seither arbeiten Maruf und Momin nicht mehr dort. Naser sagt: "Ich habe ihnen verziehen."
Maruf erklärte: "Ich hab gesagt, er soll nichts verstellen, weil das nur der Chef macht. Er gab mir eine Ohrfeige. Da hab ich ihn geschubst. Woher er die gebrochene Nase hat, weiß ich nicht."
Momin bestätigte dessen Aussage und sagte: "Ich habe nicht geschlagen." Nun sollen noch weitere Mitarbeiter der Bäckerei in den Zeugenstand. Urteil folgt.
Titelfoto: Peter Schulze