Dresden - Am Dienstag landete Carolin S. (33) vor dem Amtsgericht. Sie gestand, fünfmal Crystal in den Dresdner Knast geschmuggelt zu haben. Doch offenbar wurde sie von der Tschetschenen-Mafia unter Druck gesetzt, ihren Körper für das kriminelle Geschäft zur Verfügung zu stellen.
Noch sitzt Mansur G. (33) im Knast und auf der Anklagebank. Hinter Gittern soll er mit Drogen gehandelt haben.
Den Stoff sollen Landsleute organisiert haben, die wiederum Frauen dazu nutzen, die Betäubungsmittel in Überraschungseiern und Kondomen in ihrem Inneren in den Besuchsraum zu schmuggeln.
Dort wiederum soll sie Kay S., ein nicht so stark überwachter Häftling, entgegengenommen, sich anal eingeführt und später an Mansur G. übergeben haben.
Für Kay S. soll es pro Ei ein Gramm Crystal gegeben, Mansur G. soll den Rest für bis zu 150 Euro pro Gramm weiterverkauft haben.
Für Carolin S. jedoch gab es nur Angst. "Ich habe selber konsumiert", sagt sie aus. So sei sie an die Tschetschenen geraten. Ein Fehler, denn fortan sollen die sie auch zum Dealen gezwungen haben.
Carolin kommt mit Bewährung davon
Mehrfach soll sie zusammengeschlagen worden sein, auch eine Vergewaltigung erwähnt sie. Schließlich sollte sie auch in den Knast schmuggeln: "Ich musste mir das meist im Auto wegstecken", gesteht sie. "Den Kay kannte ich gar nicht. Ich habe das übergeben, der hat sich das weggesteckt."
Viermal schmuggelte Carolin S. selbst, einmal übergab sie das Ei einer anderen Frau. Da Videoaufnahmen und Telefonüberwachung belegen, wie stark sie unter Druck gesetzt wurde, gab es ein Jahr Haft - auf Bewährung.