Einbrecher verprügelt und ausgezogen? "Vollstrecker" kommen mit blauem Auge davon
Dresden - Diesen Einbruch bereut Kevin S. (19) wohl bitter.
In der Silvesternacht zum Jahr 2022 drang er in einen Keller an der Hülßestraße ein.
Sein Pech: Drei Männer ertappten ihn der Staatsanwaltschaft zufolge auf frischer Tat, verprügelten ihn offenbar und setzten ihn demnach in Unterhose und Socken auf die Straße.
Am Dienstag mussten sich die mutmaßlichen "Vollstrecker" dafür vor Gericht verantworten.
Für Frank H. (37), Max B. (36) und Jens G. (58) lief der Prozess besser als gedacht: Schwiegen alle drei zu den Vorwürfen der Anklage, schwänzte auch noch Opfer Kevin S. zunächst die Verhandlung - erschien dann aber nach Androhung der Richterin mit der Polizei doch.
Dann verwickelte er sich bei seiner Aussage auch noch in Widersprüche, wollte sich plötzlich nicht mehr erinnern und ähnliches.
War es Selbstjustiz?
Eine Erklärung: Kevin S., der inzwischen als Sicherheitsmann arbeitet, stand in der Nacht nicht nur unter Alkohol, sondern auch unter Crystal und Marihuana. Dass er aber zusammengeschlagen wurde und fast ohne Klamotten auf der Straße herumlief, bestätigt eine Nachbarin, die ihn aufgegriffen hatte.
Zumindest Max B. und Frank H. sollen die Tat auch Polizisten vor Ort gestanden haben.
Laut Protokoll hatte Max B. erklärt, Kevin B. "eine Abreibung" erteilt zu haben.
Doch weil Beamte am Dienstag vor Gericht nicht mehr erklären konnten, wie die Aussagen zustande gekommen waren und die Beschuldigten schwiegen, stellte das Gericht das Verfahren gegen Max B. und Frank H. gegen 200 Euro Geldauflage ein, gegen Jens P. ganz ohne Zahlung
Titelfoto: Montage: Peter Schulze