Prozess nach tödlichem Angriff in Mannheim: "Gaza-Krieg hat mein Leben verändert"
Von Stefanie Järkel
Stuttgart/Mannheim - Der Angeklagte im Prozess um die tödliche Messerattacke auf dem Mannheimer Marktplatz hat bei der Aussage zur Tat und den Vorwürfen auf den Gaza-Krieg verwiesen.

"Mit Beginn dieses Gaza-Kriegs hat sich mein Leben verändert", sagte Sulaiman A. vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Er habe mehrere Kanäle auf Telegram abonniert, wo er getötete Männer, Frauen und Kinder gesehen habe. "Ich habe jeden Tag geweint."
Der Afghane ist unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt.
Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft hat der mittlerweile 26-Jährige am 31. Mai 2024 bei dem Angriff in Mannheim sechs Menschen mit einem Messer verletzt.
Darunter fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) sowie den 29-jährigen Polizist Rouven Laur. Der Beamte starb zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen.
Angeklagter soll Sympathien für Terrormiliz IS hegen
Auslöser des Gaza-Kriegs war das Massaker palästinensischer Terroristen aus dem Küstengebiet am 7. Oktober 2023 in Israel mit 1200 Toten und rund 250 Verschleppten. Seither kämpft Israel gegen die islamistische Hamas in Gaza, wo laut der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen bisher mehr als 50.000 Menschen getötet wurden.
Der Bundesanwalt geht davon aus, dass Sulaiman A. Sympathien für die Terrormiliz Islamischer Staat hegt. Schließlich sei er zur Überzeugung gelangt, dass es nicht nur legitim, sondern seine religiöse Pflicht sei, vermeintlich Ungläubige zu töten, hieß es.
Titelfoto: Marijan Murat/dpa