Bootsausrüster AWN nicht mehr zu retten: Räumungsverkauf hat begonnen
Hamburg - Bereits Ende Januar 2023 hatte der Bootsausrüster A.W. Niemeyer nach fast 280 Jahren Firmengeschichte den Insolvenzantrag gestellt. Sechs Investoren hatten in der Folge Interesse an dem Traditionsbetrieb verkündet, doch am vergangenen Freitag scheiterten auch die Verhandlungen mit dem letzten verbliebenen Interessenten. Jetzt beginnt der Ausverkauf.
Das Amtsgericht Hamburg hat am 1. April das Insolvenzverfahren über die verbliebenen Vermögenswerte des Unternehmens A.W. Niemeyer eröffnet. Das hat der Insolvenzverwalter am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.
Als Grund für die letztendlich gescheiterten Verhandlungen mit potenziellen Investoren wurden zum einen die angestrebten Mieterhöhungen von der Vermieterseite, zum anderen die generell nur noch geringen Margen im stationären Einzelhandel angegeben.
Neben dem Flagshipstore in Hamburg betreibt das Unternehmen für Boots- und Yachtzubehör sieben weitere Filialen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Darunter zwei Filialen in Berlin und Standorte in Lübeck, Kiel, Zürich und Wiener-Neustadt.
"Es tut mir vor allem für die rund 100-köpfige, hoch motivierte Belegschaft von AWN sehr leid. Diese war zu massiven Einschnitten bereit, um einen Beitrag zu leisten, damit die nachhaltige Verlustsituation gestoppt werden kann", so Rechtsanwalt Stefan Denkhaus, der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter.
Betroffen sind mehr als 100 Mitarbeitende in den Filialen, dem Einkauf, Controlling, Lager und weiteren Bereichen des Unternehmens.
Der Räumungsverkauf an allen Standorten ist bis Ende Mai 2023 angesetzt.
Titelfoto: A.W. Niemeyer