Steakhouse-Erbin Christina Block nahm bei der Entführung ihrer Kinder Tote in Kauf

Hamburg - Erschütternder Einblick! "Steakhouse"-Erbin Christina Block (51) hätte bei der Entführung ihrer eigenen Kinder sogar Tote in Kauf genommen. Das berichtet die Wochenzeitung "Zeit".

"Steakhouse"-Erbin Christina Block (51) und ihr Ex-Mann Stephan Hensel (49), hier im Bild mit den Kindern Greta und Johanna, liefern sich seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit.
"Steakhouse"-Erbin Christina Block (51) und ihr Ex-Mann Stephan Hensel (49), hier im Bild mit den Kindern Greta und Johanna, liefern sich seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit.  © IMAGO / Eventpress

Aus den rund 30.000 Seiten Ermittlungsakten, die dem Medium vorliegen, geht hervor, dass an der Aktion neben der 51-Jährigen auch Ex-Geheimdienstmitarbeiter, ehemalige hohe Beamte und TV-Moderator Gerhard Delling (65) beteiligt gewesen waren. Sie werden in den Papieren schwer belastet.

Demnach sei eine Risikoanalyse erstellt worden, die sogar eine "Unfallgefahr mit ggf. Todesfolge" beinhaltet haben soll. Das geht aus einem Memo hervor, das Beamte bei einer Durchsuchung von Eugen Block (84) gefunden haben. Insgesamt sollen etwa 20 Personen an der Entführung beteiligt gewesen sein.

Am 1. Januar 2024, kurz nach Mitternacht, wurde Blocks Ex-Mann Stephan Hensel (49), der mit seiner neuen Partnerin und den Kindern Klara (damals 13) und Theodor (damals 10) in Dänemark lebt, brutal angegriffen und niedergeschlagen. Mehrere Männer zogen daraufhin die beiden Kinder in einen Wagen und düsten davon.

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Es war nicht der erste Versuch, entsprechend trugen die Jugendlichen einen Alarmknopf und betätigten diesen. Die dänische Polizei konnte mithören, wie sich die Kidnapper auf Hebräisch unterhielten. Klara und Theodor wurden zunächst über die Grenze gebracht, anschließend mit einem Wohnmobil nach Pforzheim.

Unterdessen waren auch die deutschen Behörden alarmiert und statteten Block einen Besuch ab. Statt ihr, öffnete Delling die Tür und tat nichtsahnend. Laut "Zeit" soll er aber in Kontakt mit seiner Partnerin, die im Zug Richtung Pforzheim gesessen hatte, gewesen sein.

Christina Block arbeitete bei Entführung mit Ex-Geheimdienstmitarbeiter zusammen

Christina Block arbeitete bei der Entführung mit Profis zusammen.
Christina Block arbeitete bei der Entführung mit Profis zusammen.  © Georg Wendt/dpa

Nachdem Block bei ihren Kindern angekommen war, kehrte sie am 2. Januar 2024 mit ihnen nach Hamburg zurück. Sie sah sich am Ziel, endlich waren Klara und Theodor wieder bei ihr. Denn im August 2021, drei Jahre nach der Scheidung von Hensel, hatte dieser die beiden Kinder bei sich behalten. Der Vorwurf: Block soll sie geschlagen haben.

Es folgte ein jahrelanger Streit um das Sorgerecht, der Block rund 1,4 Millionen Euro gekostet haben soll. Während die deutschen Behörden der Mutter glaubten und eine Rückkehr der Kinder nach Deutschland forderten, schlug sich die dänische Justiz auf die Seite des Vaters.

Für die "Aktion Rückholung" holte sich Block echte Profis ins Haus. So soll laut "Zeit" Andreas Persihl (58), früher Chef der Zielfahndung beim Hamburger Landeskriminalamt (LKA), mit seiner Firma "Caperium" die Rückführung geplant, die entsprechende Risikoanalyse mit Todesfolge erstellt und im Dezember 2023 einen Testlauf geprobt haben.

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Demnach hätten zwei Mitarbeiter von Persihl ein angebliches Weihnachtsgeschenk von Eugen Block an seine Enkel bei Hensel abgeliefert. Bei der Generalprobe stellten sie fest, dass die Polizei 20 Minuten für die Anfahrt brauche. Der Schutz der Kinder und das Risiko einer Entführung waren entsprechend gering. Für die Aktion soll Persihl 140.000 Euro erhalten haben.

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Das 5-Sterne-Hotel Grand Elysée, das Eugen Block gehört, wurde mehrfach durchsucht.
Das 5-Sterne-Hotel Grand Elysée, das Eugen Block gehört, wurde mehrfach durchsucht.  © Christoph Seemann / Hamburg News

Die tatsächliche Entführung führten schließlich David Barkay (64), Ex-Offizier der israelischen Einheit 504, die auf Auslandseinsätze spezialisiert ist, und seine Firma Cyber Cupula durch. Der Plan wurde über Monate hinweg vorbereitet, dazu buchten sie im Hamburger 5-Sterne-Hotel Grand Elysée mehr als 800 Übernachtungen. Das Haus gehört keinem Geringeren als den Blocks. Die Kosten von mehr als 200.000 Euro wurden selbstverständlich übernommen.

Das Hotel spielte bei den Durchsuchungen und Ermittlungen eine große Rolle, wurde mehrfach durchsucht. Ein leitender Mitarbeiter soll sogar während einer Razzia Daten von Gästen manipuliert haben.

Lange hatte Christina Block keine Freude an ihren Kindern. Am 5. Januar fiel das Oberlandesgericht in Hamburg eine Entscheidung. Die Kinder müssen zurück nach Dänemark, ihr Lebensmittelpunkt habe sich dort nach zweieinhalb Jahren verfestigt, hieß es in einem Urteil. Fortan war die dänische Justiz zuständig. Zwischenzeitlich lag gegen Christina Block sogar ein internationaler Haftbefehl vor.

Im September 2024 wird einer der mutmaßlichen Entführer auf Zypern festgenommen. Barkay, der Kopf der Bande, ist immer noch auf der Flucht. Block hat den Kampf noch nicht aufgegeben und ist vor den Europäischen Gerichtshof gezogen. In Hamburg sind die Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. Ausgang offen.

Titelfoto: IMAGO / Eventpress

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