Wer wird Bürgermeister in Hamburg? Diese drei stehen zur Wahl

Von Niklas Graeber

Hamburg - 1,3 Millionen Hamburger sind am Sonntag zur Bürgerschaftswahl aufgerufen - und entscheiden damit indirekt auch darüber, wer künftig als Erster Bürgermeister an der Spitze des Senats steht. Bürgermeister Peter Tschentscher (59) von der SPD kann auf den Amtsbonus setzen. Doch auch Grüne und CDU haben Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Ein Überblick.

Dennis Thering (40, CDU, v.l.n.r.), Katharina Fegebank (47, Bündnis 90/Die Grünen) und Amtsinhaber Peter Tschentscher (59, SPD) trafen bei mehreren Triellen aufeinander.  © Marcus Brandt/dpa

Das ist Amtsinhaber Peter Tschentscher von der SPD

Peter Tschentscher regiert seit 2018 in Hamburg.  © Gregor Fischer/dpa

Als Peter Tschentscher (59) 2018 Erster Bürgermeister wurde, war sein Name vielen in Hamburg noch unbekannt. Heute ist er aus der Stadtpolitik nicht mehr wegzudenken: Fast die Hälfte aller Wählerinnen und Wähler würde Tschentscher bei einer theoretischen Direktwahl zum Bürgermeister wählen, heißt es laut einer aktuellen ARD-Umfrage von Infratest dimap.

Tschentscher gilt als zurückhaltend und sachlich, hält sich aber mit persönlichen Spitzen nicht zurück. In die SPD trat er 1989 ein und machte seine politischen Anfänge in der Bezirksversammlung von Hamburg-Nord. 2008 wurde er in die Bürgerschaft gewählt und war unter seinem Amtsvorgänger Olaf Scholz (66) sieben Jahre lang Finanzsenator.

Vor seiner politischen Karriere promovierte Tschentscher als Labormediziner und arbeitete bis 2011 am Universitätsklinikum Eppendorf.

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In seiner Freizeit spielt der gebürtige Bremer gern Klavier, liest Krimis und unterstützt den HSV. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

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Katharina Fegebank kandidiert erneut für die Grünen

Katharina Fegebank ist in der derzeitigen Regierung Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin.  © Marcus Brandt/dpa

Die Spitzenkandidatin der Grünen hat einen schnellen Aufstieg hinter sich. Erst 2004 eingetreten, war Katharina Fegebank nur vier Jahre später schon jüngste Parteichefin der Stadt.

Dem Senat gehört sie seit fast zehn Jahren an - als Zweite Bürgermeisterin zunächst unter Olaf Scholz, ab 2018 dann unter seinem Nachfolger Peter Tschentscher. 2020 kandidierte sie erstmals auch offiziell für das höchste Amt im Senat, um Hamburgs Erste Bürgermeisterin - die erste überhaupt - zu werden.

Als Senatorin ist sie neben Wissenschaft und Forschung auch für Gleichstellung zuständig - für Fegebank ein wichtiges Anliegen. Auch ihre Rolle als berufstätige Mutter hebt sie gerne hervor. Seit 2019 ist sie Mutter von Zwillingen.

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Fegebank wuchs in der Kleinstadt Bargteheide in Schleswig-Holstein auf. Seit ihrer Kindheit ist sie Anhängerin von Werder Bremen, hegt jedoch auch Sympathien für den FC St. Pauli. Vor ihrer politischen Karriere studierte sie in Freiburg und Berlin und war als Projektmanagerin tätig.

CDU-Kandidat Dennis Thering im Kurzporträt

Dennis Thering ist ein waschechter Hamburger.  © Gregor Fischer/dpa

Dass Dennis Thering die CDU in die Bürgerschaftswahl führen würde, galt schon vor seiner Wahl zum Spitzenkandidaten als gesichert. Nach der klaren Wahlschlappe 2020 rückte der 40-Jährige an die Fraktionsspitze und übernahm drei Jahre später auch als Landeschef. In den Umfragen ging es für die CDU seitdem wieder aufwärts.

In der A- und B-Jugend spielte Thering als Torhüter für den HSV, musste seinen Karrieretraum jedoch wegen einer Knieverletzung aufgeben. Thering trat stattdessen eine Ausbildung zum Bankkaufmann an, studierte Politikwissenschaften und arbeitete unter anderem für die Hamburger Sparkasse. Dem HSV bleibt er als Fan treu.

Anders als seine beiden Konkurrenten ist Thering gebürtiger Hamburger. Er wuchs in Hummelsbüttel auf, wo seine Eltern einen Handwerksbetrieb führten.

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände im Alstertal wohnt er heute mit seiner Frau, der 2015 geborenen Tochter und einer Hündin.

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